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"Tatort" vom Bodensee Genervt von Klara Blum

Der SWR vermeldet stolz: "Die schöne Mona ist tot" war der bislang erfolgreichste Klara-Blum-Tatort. Unsere Autorin stellt enttäuscht fest: Nicht abbezahlte Häuschen und unterbezahlte Krankenschwestern vor kitschigem Seepanorama sind so ziemlich die größten Exzesse. Und dass einer zwei Zigaretten auf einmal raucht.

"Die schöne Mona" und der mysteriöse Raucher. Foto: SWR/Stephanie Schweigert

Der SWR vermeldet stolz: "Die schöne Mona ist tot" war der bislang erfolgreichste Klara-Blum-Tatort. Unsere Autorin stellt enttäuscht fest: Nicht abbezahlte Häuschen und unterbezahlte Krankenschwestern vor kitschigem Seepanorama sind so ziemlich die größten Exzesse. Und dass einer zwei Zigaretten auf einmal raucht.

9,91 Millionen Zuschauer verfolgten gestern Abend den aktuellen SWR-Tatort mit Eva Mattes und Sebastian Bezzel im Ersten. Der Krimi „Die schöne Mona ist tot“ war damit Tagessieger im deutschen Fernsehe- und der erfolgreichste Klara-Blum-Tatort seit Bestehen des Formats - wenn man nach der Quote geht. So richtig zufrieden schienen viele Zuschauer mit dem SWR-Tatort indes nicht, wie beispielsweise die Reaktionen auf Twitter zeigten.

Das Drittbeste an diesem SWR-„Tatort“ war der Titel. Er hätte in seiner poetischen Sachlichkeit das Zeug zum Klassiker. Das Zweitbeste könnte im Prinzip der Auftritt eines total frustrierten Lokalredakteurs sein, der mit Sylvester Groth auch ordentlich verhärmt besetzt war. Leider und obwohl er noch dazu Monas Mann ist, zeigten Drehbuch und Regie kein Interesse daran, diese Figur auszuleuchten.

Das Beste war, dass selbst Perlmann (Sebastian Bezzel) zunehmend gereizt auf die Menschenkenntnisse seiner Kollegin reagiert. Auch Autor Wolfgang Stauch und Regisseur Ed Herzog sehen hier milden Spott vor: Dass einer der ungemein Verdächtigen (erfreulich durchtrieben: Ronald Zehrfeld) raucht, wenn er nervös ist, stimmt, ist als Binsenweisheit jedoch kaum zu übertreffen. Klara Blum scheut sich nicht, sie trotzdem zu wiederholen, und Eva Mattes blickt intensiv, lächelt aber fast schon dazu. Der Zuschauer kann sich immerhin fragen: Wann hat man zuletzt im Fernsehen eine Person zwei Zigaretten auf einmal rauchen sehen?

So vergeht die Zeit, während die Polizei Monas Autounfall untersucht, ihren roten Schuh findet, ihren roten Mantel aus dem Bodensee fischt (aber wo ist die Leiche?). Und vor Seepanorama auf nicht abbezahlte Häuschen und jämmerlich verdienende Krankenschwestern stößt, auf Klatsch und Tratsch, auf Sexismus natürlich auch sowie auf alte Verwicklungen.

Verlogenheit kann man diesem „Tatort“ nicht vorwerfen. Aber interessanter darf die allgemeine Schlechtigkeit wenigstens sonntagabends daherkommen.

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