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„Tatort: Alles was Sie sagen“, ARD Wo Kommissar Falke ermittelt, ist vorne

Das Hamburger Tatort-Team räumt diesmal in Lüneburg auf und macht sich bei den Kollegen nicht nur Freunde.

Tatort: Alles was Sie sagen
Die Kommissare Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) setzen Al-Shabaan (Marwan Moussa) unter Druck. Foto: NDR Presse und Information

Bis zum Schluss ist keineswegs klar, wer im Titel des neuen Tatorts mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz direkt angesprochen wird: „Alles was Sie sagen“. Ein kleines „sie“ würde eher einleuchten, weil beide Ermittler diesmal reden und reden – wenn auch trotzig. Allerdings ist die Frage letztlich unerheblich. Mag sein, dass Arne Nolting und Jan Martin Scharf, Buch, den internen Ermittler meinen, vor dem Thorsten Falke und Julia Grosz einen ziemlichen Teil der 90 Filmminuten sitzen, dem sie getrennt Rede und Antwort stehen müssen.

Aber es ist, wie gesagt, egal. Es geht jedenfalls um zwei Versionen einer Geschichte, darum, wie sie Falke erzählt (aber erst, wenn er ein Glas Milch bekommen hat), darum, wie sie Grosz erzählt. Und darum, wie die beiden voneinander abweichen. Der Zuschauer weiß auch nicht viel mehr als der Interne. Dieser versucht durchaus – und wie man meinen kann, mit Erfolg –, die zwei gegeneinander auszuspielen. Er darf das, geht es doch um eine ernste Sache: Eine Frau wurde getötet, Falke hat geschossen. Man sieht dieses Geschehen einerseits in einer Art Vorspann, man sieht andererseits – Regisseur Özgür Yildirim bedient sich eines gängigen Tatort-Tricks – nicht wirklich viel außer Fabrikhallen-Dunkelheit.

Aus Hamburg werden die Kommissare diesmal nach Lüneburg geschickt, um eine Identität zu überprüfen: Abbas Khaled (Youssef Maghrebi) ist zwar „bestens integriert“ und kann so gut Deutsch, dass er als Tutor in Flüchtlingsklassen arbeitet – er könnte aber auch jemand anders sein, jemand, der in Syrien Gräueltaten begangen und, als er Asyl beantragte, dies unter anderem Namen getan hat. Die Kommissare kommen, der junge Mann rennt weg – der Fall scheint klar. Dummerweise entkommt Khaled auch gleich, den coolen Falke und Grosz ebenso wie den örtlichen Beamten, die vor dem Gebäude sichern sollen.

Also macht sich Falke in Lüneburg Freunde, ironisch gesprochen, indem er die Polizisten erstmal anschreit. Dann Grosz anschnauzt, weil sie sich für die Kollegen, bzw. besonders einen bestimmten Kollegen einsetzt. Denn Julia Grosz wiederum hat in Lüneburg einen alten Kumpel, mit dem sie in der Ausbildung war (und ja, auch mal was hatte).

So beginnt „Alles was Sie sagen“ als Tatort zum Thema Flüchtlinge (der er in einem Strang auch bleibt), geht es dann aber vor allem auch um Kollegialität versus Rücksichtslosigkeit. Falke ist wie ein  Bulldozer, wo er ermittelt, ist vorne. Und wenn er einem Kollegen mitten in langfristige Untersuchungen zum Thema organisiertes Verbrechen platzt, dann hat der betreffende Kollege halt leider Pech gehabt. Grosz findet (und sagt es dem Internen), Falke hat Prinzipien. Sie findet aber auch, er lässt nur seine eigenen Prinzipien gelten.


Da aber entsteht und wächst auch schon der Verdacht, dass es in der Lüneburger Polizei eine undichte, korrupte Stelle gibt. Die Karten werden langsam neu gemischt, aber wer kann eigentlich wem noch trauen? Kann Grosz Falke, kann Falke Grosz trauen? Hat Polizeihauptmeister Olaf Spieß, der Lüneburger Kumpel der Kommissarin, tatsächlich einen arabischen Halbsatz ins Handy gesprochen? Hat Grosz bei der Beschattung tatsächlich mit Olaf geknutscht? Oder blieb es beim einträchtig genossenen Mettbrötchen? Fragen über Fragen, aber am Ende werden sie doch ziemlich zufriedenstellend geklärt.
 
  

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