Lade Inhalte...

„Rübezahls Schatz“ / „Der Zauberlehrling“ (ZDF) Sehenswerte TV-Märchen an Weihnachten

Das ZDF verkürzt das Warten aufs Christkind mit zwei sehenswerten Märchenpremieren. Außerdem: Weitere TV-Tipps für die Feiertage.

"Rübezahls Schatz"
Der Berggeist des Riesengebirges wacht über die Natur seiner Heimat. Doch sowohl die Liebe zu Magd Rosa als auch die Gier der neuen Gutsherrin stellen ihn vor ungewohnte Herausforderungen. Foto: ZDF

Alle Jahre wieder erfreuen ARD und ZDF Groß und Klein zur Weihnachtszeit mit Märchenfilmen; und alle Jahre wieder ist die Qualität der Produktionen recht unterschiedlich. Das ZDF beginnt den Reigen am 24. mit „Rübezahls Schatz“.

Der Film basiert ausnahmsweise nicht auf einer konkreten Vorlage, sondern auf vielen Mythen und Legenden, die sich um den gern als launisch beschriebenen Berggeist ranken. Hauptfigur der Geschichte (Buch: Bettina Janis, Angelika Schwarzhuber) ist ohnehin nicht der Hüter des schlesischen Riesengebirges, sondern eine junge Magd: Rosa (Henriette Confurius) gehört zum Gesinde einer wenig sympathischen Baronin (Catherine Flemming), wartet auf die Rückkehr ihres Verlobten und weckt beim einem Picknick im Grünen das Begehren von Rübezahl (Sabin Tambrea).

Der bootet den Verlobten aus und macht der schönen Magd den Hof, was auch ihre Herrin freut: Als die Baronin von dem unermesslichen Reichtum hört, den der Berggeist hütet, soll Rosa ihr dabei helfen, den Schatz zu stehlen; andernfalls werde sie die kranke Mutter wegen Holzdiebstahls in den Kerker werfen. Regisseur Stefan Bühling hat auch den gut gespielten und kunstvoll fotografierten Märchenfilm „Die weiße Schlange“ inszeniert (Weihnachten 2015 im ZDF).

Dass „Rübezahls Schatz“ nicht ganz an dessen Qualität heranreicht, liegt nicht zuletzt an der überschaubaren Geschichte; die ARD weiß schon, warum die Beiträge ihrer Reihe „Sechs auf einen Streich“ nur sechzig Minuten dauern. Dank der beiden Hauptdarsteller ist der Film dennoch sehenswert.

Sabin Tambrea kostet die verschiedenen Rollen des verliebten Waldgeistes, der in seinem Zorn den Himmel verdunkeln lassen kann, weidlich aus. Mit Henriette Confurius hat er zudem eine Partnerin, die endlich auch mal so schön ist, wie in Filmen dieser Art stets behauptet wird. Etwas sparsam sind dagegen die visuellen Effekte; die Märchenproduktionen im „Zweiten“ haben nun mal einen anderen Etat als die Montagsfilme.

ZDF: „Der Zauberlehrling“

Das gilt zwar auch für den zweiten Märchenfilm des Nachmittags im ZDF, doch „Der Zauberlehrling“ (16.30 Uhr) hat andere Stärken, zumal Anja Kömmerling und Thomas Brinx das Kunststück gelungen ist, aus den 14 Strophen der gleichnamigen Ballade einen neunzigminütigen Spielfilm zu machen.

Tatsächlich hat sich das für seine vielen Märchenadaptionen bekannte Autorenduo durch Goethes Geschichte vom Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird, zu einer völlig neuen Handlung inspirieren lassen. Der Besen, dem der allzu ehrgeizige Titelheld vergeblich Einhalt gebietet, wirkt zwar auch mit, doch die Überschwemmung, die er verursacht, ist bloß eine Episode, denn der Film erzählt letztlich vom Kampf des Guten gegen das Böse: Vagabund Valentin (Max Schimmelpfennig) kommt in eine Stadt, die gerade von einer Rattenplage heimgesucht wird.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen