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„Maybrit Illner“, ZDF „Ein Einwanderungsgesetz ist notwendig“

Maybrit Illner appellierte per Sendetitel an die internationale Verantwortung der potenziellen Jamaika-Koalitionäre: „Europa läuft die Zeit davon – Warten auf Berlin“.

Maybrit Illner
Moderatorin Maybrit Illner. Foto: Imago

Irgendwann tat Christian Lindner so, als wolle er die Moderatorin bremsen: Man werde doch die Verhandlungen für eine Koalition nicht vor laufenden Fernsehkameras führen, erklärte der FDP-Chef Maybrit Illner – obwohl er genau das mit offensichtlicher Lust seit Wochen tut. Warum sonst hätte er der Einladung Illners folgen sollen, die ebenfalls derzeit kein anderes Thema hat als den Weg zur Regierung aus CDU/CSU, FDP und Grünen, auch wenn sie ihren Sendungstitel  diesmal so formuliert hatte, dass es nicht direkt nach Koalitionitis klang: „Europa läuft die Zeit davon – Warten auf Berlin“.

Und tatsächlich folgte auf Illners Eingangssatz „Wenig ist gut in Europa“ auch erstmal der Versuch, die Lage in Spanien zu beleuchten. Im Kern gehe es beim Zwist zwischen Madrid und Katalonien doch nur ums Geld, brachte Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, den Konflikt auf den Punkt, denn die vergleichsweise wohlhabende Region im Nordosten der iberischen Halbinsel steht finanziell unter Kuratel der Zentralregierung, einen Länderfinanzausgleich wie hier gibt es dort nicht.

Der Einspieler sagt: Europa bröckelt

Reinhold Messner, als Bergfex der Quoten-Promi in der Runde und ehemaliger Europa-Politiker aus Südtirol, verwies darauf, dass seine Heimatregion nur 20 Prozent des Etats nach Rom schicke. Heinrich-August Winkler, Grandseigneur der deutschen Historiker, glaubt zwar, dass die Wahlen in Katalonien kurz vor Weihnachten den Weg zu einer friedlichen Lösung ebnen werden. Lindner sah die Auseinandersetzung gleichwohl als „Warnsignal“ für Gesamteuropa, die Idee der Vielfalt zu stärken.

Denn insgesamt „bröckelt“ Europa, hieß es in einem Einspieler mit Hinweis auf Autonomie-Bestrebungen in Venetien und der Lombardei. Der Norden Italiens will den armen Süden, den „Mezzogiorno“ nicht weiter alimentieren: Regionale Bestrebungen können brutal egoistisch sein, folgerte Winkler. Messner befand, die Regionalisierung komme insgesamt „zu früh“ und fand Bestätigung durch Özdemir, der („Wir sind so wenige“) an die globalen Großmächte wie China und Russland erinnerte.

Das brachte den Sicherheitsgedanken und damit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ins Spiel, die Morgenluft für ihre Bemühungen wittert, der Bundeswehr mehr Geld zukommen zu lassen, zumal Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine gemeinsame europäische Truppe vorgeschlagen hat. Die Ministerin sah sich in ihrer Hoffnung auf Besserung auch bestätigt durch Donald Trumps Satz, die Nato sei „obsolet“ (dem er ja bald widersprochen hatte); das habe wie ein „Weckruf“ gewirkt, weil er das gemeinsame europäische Wertesystem infrage gestellt habe.

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