Lade Inhalte...

„Marie Brand und der Duft des Todes“, ZDF Kleine Kiekser

Anders als in der letzten Episode der Krimireihe „Marie Brand und...“ darf Hinnerk Schönemann wieder seine speziellen kleinen Momente zelebrieren.

Marie Brand und der Duft des Todes
Die Ermittlungen führen Marie Brand (Mariele Millowitsch, M.) und Kollege Simmel (Hinnerk Schönemann, r.) zu Peter Gronwald (Kai Ivo Baulitz, l.). Foto: ZDF/Guido Engels

Genau genommen ist „Marie Brand und der Duft des Todes“ bereits die 22. Episode der beliebten Reihe mit Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann, aber der letzte Film, „Marie Brand und der schwarze Tag“, musste im Januar kurzfristig der Handball-WM weichen; das ZDF holt die Ausstrahlung am 21. April nach.

In dem verschobenen Krimi wacht Kommissar Simmel neben einer Leiche auf und steht unter Mordverdacht; die Geschichte verzichtet fast völlig auf die sonst üblichen Comedy-Momente. „Marie Brand und der Duft des Todes“ orientiert sich dagegen am gewohnten „Brain & Body“-Muster: sie als Analytikerin, die sich im Umgang mit dem jüngeren Kollegen auch mal mütterlich gibt, er als Mann mit kleinen Fehlern, dem kein Fettnäpfchen fremd ist. Deshalb darf Schönemann seinen Simmel diesmal wieder am Bildrand mit all’ den mitunter kaum wahrnehmbaren Manierismen ausstatten, die ihn so unverwechselbar machen. Leitmotiv des Drehbuchs von Leo P. Ard (alias Jürgen Pomorin) und Michael B. Müller ist die olfaktorische Wahrnehmung, weshalb sich Simmel und Brand schließlich gegenseitig versichern, dass sie sich gut riechen können.

Mit „Marie Brand und der Duft des Todes“, dem 22. Film, kehrt die beliebte Reihe mit Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann wieder zum gewohnten „Brain & Body“-Muster zurück: sie als Analytikerin, die sich im Umgang mit dem jüngeren Kollegen auch mal mütterlich gibt, er als Mann mit kleinen Fehlern, dem kein Fettnäpfchen fremd ist.

Deshalb darf Schönemann seinen Simmel diesmal wieder am Bildrand mit all’ den mitunter kaum wahrnehmbaren Manierismen ausstatten, die ihn so unverwechselbar machen. Leitmotiv des Drehbuchs von Leo P. Ard (alias Jürgen Pomorin) und Michael B. Müller ist die olfaktorische Wahrnehmung, weshalb sich Simmel und Brand schließlich gegenseitig versichern, dass sie sich gut riechen können.

Der Titel „Der Duft des Todes“ nimmt vorweg, dass die spannende Exposition der Geschichte zwar kein Ablenkungsmanöver, aber noch nicht das eigentliche Thema ist: Zwei Männer brechen aus dem Keller des Nachbarhauses in eine Kölner Bank ein, der Alarm schrillt, sie flüchten durchs Treppenhaus, stoßen dort mit einem Ehepaar zusammen, eine Maske verrutscht, die Frau sieht das Gesicht eines der Täter, der erschießt sie kaltblütig.

Am Tatort ist Brand recht bald klar, dass die Räuber es offenbar auf ganz bestimmte Schließfächer abgesehen haben. Die Identität der Männer steht ebenfalls rasch fest, zumal einer der beiden mit dem eigenen Wagen vorgefahren ist. Kompliziert wird es erst, als der Mörder seinerseits umgebracht wird und sein Komplize, Ziegler (Jürg Plüss), samt Tochter (Emma Drogunova) verschwindet.

Clever eingefädelte Geschichte

Viel Zeit widmet der Film den Inhabern der Schließfächer, und nun schlägt Simmels Stunde, wenn auch nicht unbedingt als Ermittler: Zu den Beraubten gehört unter anderem die Schauspielerin Tabea Schön (Anke Sevenich), für die der Hauptkommissar einst geschwärmt hat. Prompt ist er hin und weg, als er sie befragen darf, zumal er sie aus höchster Not befreien kann; selbst wenn es sich bei der vermeintlichen Bedrohung bloß um eine Probe für anstehende Dreharbeiten handelt. Dieser Erzählstrang ist ohnehin schnell als Nebenebene zu durchschauen, die Schönemann Gelegenheit für das eine oder andere Solo geben soll. 

Viel interessanter und dank des Bezugs zum Titel auch direkt mit dem roten Faden des Drehbuchs verknüpft sind die Szenen mit dem Ehepaar Julia und Peter Gronwald (Adina Vetter, Kai Ivo Baulitz), das eine millionenschwere Firma für synthetische Duftstoffe namens Odorio betreibt. In ihrem Schließfach befanden sich angeblich nur ein paar Erinnerungsstücke an Julias verstorbenen Bruder, aber Regisseur Michael Zens, der im Vorjahr schon die gleichfalls nicht weiter wesentliche Episode „Marie Brand und das ewige Wettrennen“ gedreht hat, deutet früh an, dass es um mehr als bloß eine alte Uhr vom Großvater geht; deshalb ist weder die spätere Erpressung der Gronwalds noch die Identität des Drahtziehers der ganzen Sache eine echte Überraschung. Immerhin zeichnet sich Zens’ Inszenierung neben der guten Führung der Schauspieler auch durch eine schöne Kameraarbeit (Enzo Brandner) aus.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen