Lade Inhalte...

„Lotte Jäger und die Tote im Dorf“, ZDF Wo die Zeit keine Eile hat

Der zweite Film mit Silke Bodenbender als Ermittlerin für alte Fälle entspricht dem Schema des Dorfdramas, ist aber trotzdem kein Krimi von der Stange.

Lotte Jäger und die Tote im Dorf
Noch ist die Welt in Ordnung: Manuela Kirschner (Nellie Thalbach) feiert den Aufstieg des örtlichen Fußballvereins. Foto: Brackmann/ZDF

Gut getroffen ist nicht zuletzt Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens, die sich nach dem Mord über das Dorf gelegt hat, zumal Meletzky diese Stimmung eher unterschwellig vermittelt. Sie erzählt die Geschichte ohnehin auf angenehm unspekulative Weise; ein Wassertropfen, der sich scheinbar in Blut verwandelt, mutet fast schon plakativ an. Ansonsten entspricht das Tempo des Films dem Dialogsatz „Die Zeit hat hier keine Eile“. Davon profitiert vor allem die Hauptfigur, zumal alle drei – Basedow, Meletzky und Bodenbender – eine Ermittlerin kreiert haben, die unter den vielen Kommissarinnen tatsächlich eine Sonderrolle einnimmt. Dafür sorgt auch die bemerkenswerte Bildgestaltung durch Bella Halben, deren Kamera der Heldin immer wieder buchstäblich distanzlos nah auf die Pelle rückt, als wolle sie in ihren Kopf schauen. Dem Film ist anzusehen, dass alle Beteiligten einen ganz besonderen Krimi vor Augen hatten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen