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Grünen-Vorsitzender bei Markus Lanz Özdemir träumt vom Innenministerium

Bei Markus Lanz überrascht der Vorsitzende und Spitzenkandidat der Grünen mit harten Forderungen zur Integration - und bringt sich explizit als Innenminister in Stellung.

Cem Özdemir
Man darf gespannt sein, wie Özdemirs Partei auf den Auftritt ihres Vorsitzenden reagiert. Foto: dpa

Nun haben auch die Grünen erkannt, dass die innere Sicherheit eines der beherrschenden Themen des Bundestagswahlkampfs werden wird. Zumindest einige von ihnen. Der Vorsitzende und Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, hat am Dienstagabend in der Sendung von Markus Lanz den Versuch unternommen, sich als künftigen Innenminister in Stellung zu bringen. Er überraschte mit harten Forderungen zur Integration. Nicht nur Moderator Lanz war verdutzt.

Natürlich war der Anschlag von Manchester ein großes Thema der Sendung, in der unter anderen auch der Herausgeber der „Welt“ zu Gast war. Özdemir leitete aber von Manchester schnell zur deutschen Integrationsdebatte über, um mit dem Slogan zu enden: „Keine Lehrer mehr aus der Türkei und anderen Ländern. Stopp damit, dass Ideologie aus anderen Ländern reingetragen wird.“ Religionslehrer, die in Deutschland unterrichten, müssten auch hierzulande ausgebildet werden.

Zu seinem markigen Spruch hatte ihn eine kurze Erzählung aus seiner Kindheit geführt. Demnach sei er, nach dem regulären Schulunterricht, nachmittags von türkischen Lehrern unterrichtet worden, die ihm das Gegenteil dessen beigebracht hätten, was er in der deutschen Schule gelernt hätte. „Vormittags habe ich gelernt, dass man Geschichte hinterfragen darf, sogar muss. Ich habe gelernt, dass man Fragen stellt. Am Nachmittag habe ich gelernt, dass man keine Fragen stellt. Da habe ich gelernt, der Staat macht alles richtig, die Religion ist sakrosankt, da darf man nichts hinterfragen.“

Markus Lanz fragte überrascht nach: „Das sind ja ganz neue Töne. Ich höre das zum ersten Mal. Sie sind schon noch Vorsitzender der Grünen, oder?“ Özdemir lachte und legte sogar noch nach: Er berichtete, seine Partei habe als erste gefordert, dass Türken, die hierzulande Oppositionelle ausspionieren, vor Gericht gestellt werden müssten. Im Unterschied zur Bundesregierung: „Was hat denn die Bundesregierung gemacht? Die hat lange genug gewartet, bis alle Imame abgezogen und alle Beweismittel vernichtet waren. Das hätte es unter einem Innenminister Özdemir nicht gegeben.“

Innenminister Özdemir? Hört, hört. Blöd nur, dass die Grünen nach der Bundestagswahl wohl andere Probleme haben werden, als sich darüber Gedanken machen zu müssen, wer nun am besten als Innenminister geeignet ist. Und in perfektem Schwäbisch endete der Bewerbungsvortrag: „Man muss klar machen, der Arm Erdogans hat in dieser Gesellschaft nichts verloren, da sind wir klarer wie Frau Merkel.“ Man darf gespannt sein, wie Özdemirs Partei auf den Auftritt ihres Vorsitzenden reagiert.

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