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„Geheimnisvolle Schwarze Löcher“, Arte Die Singularitäten sind überall

Einstein dachte, es könne sie nicht geben. Er irrte. Aber das größte Rätsel des Universums ist nach wie vor nicht richtig erklärbar: Schwarze Löcher.

Geheimnisvolle Schwarze Löcher
Schwarze Löcher besitzen weder Ende noch Anfang: Es handelt sich um eine physikalische Entität mit unendlicher Dichte. Schwarze Löcher sind selbst dazu fähig, das Raum-Zeit-Kontinuum zu verändern. Foto: Edgeworx/WGBH/Arte

Geheimnis, das klingt ein bisschen nach Kinder-Grusel-Film. „Geheimnisvolle Schwarze Löcher“ aber läuft nicht im KiKa, sondern im Rahmen des astronomischen Thementages bei Arte und ist vom Anspruch her eine seriöse wissenschaftsgeschichtliche Filmerzählung, die sich stets um kindgerechte Beispiel- und Metaphernfindung bemüht. Ist halt eine US-amerikanische Filmerzählung. Da ist, wo der Weltraum beginnt, der Herr Disney nie ganz fern.

Schwarze Löcher sind kaum vorstellbar

Was bisher geschah: Schwarze Löcher kann es nicht geben, dachte der große Einstein, obwohl er die Möglichkeit ihrer Existenz eigentlich bewiesen hatte. Ein Schwarzes Loch, das war für ihn einfach unvorstellbar, und für wen ist es das nicht: Man kann es nicht sehen, man kann nur an seiner Umgebung erkennen, dass da eines sein könnte. Es konzentriert, was wir Masse nennen, auf ein unendlich kleines Volumen und verschlingt alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Und da sind keine Bäume weit und breit.

Im Schwarzen Loch gilt nichts mehr von dem, was wir kennen: Der Raum ist unendlich gekrümmt, die Zeit – ja, vergeht sie nicht oder gibt es sie einfach nicht? Alles, was wir über die Physik über unsere Umgebung wissen, gilt nicht mehr, denn Physik bezieht unsere Umgebung auf Raum und Zeit, die im Schwarzen Loch nicht existent sind.

Das Einzige, was es da sicher gibt, ist: Gravitation.

Schwarze Löcher - Löcher in der Raumzeit

Ein Schwarzes Loch ist ein Loch in der Raumzeit. Was soll da erst los sein, wenn mehrere davon miteinander verschmelzen? Die Hölle? Keine Vorstellung von Hölle reicht an das heran, was da geschehen mag.

Und da sind wir heute: Am 11. Februar 2016 erreichte eine Botschaft dieser Hölle unseren Planeten und ging durch ihn hindurch. Gemerkt haben es nur ein paar aufmerksame Messinstrumente. Es handelte sich um etwas sehr Kompliziertes, nämlich Gravitationswellen. Die Messbarkeit von Gravitationswellen scheint zwingend auf die Existenz von Schwarzen Löchern und ihrer Verschmelzung hinzudeuten. Und obwohl ein Schwarzes Loch eine Singularität ist, handelt es sich doch um eine, die in der näheren astronomischen Umgebung mehrfach vorkommt, und Galaxien scheinen allesamt in ihrem Zentrum supermassive Schwarze Löcher zu haben, mit Abermillionen von Sonnenmassen.

Gruselig. Warum tun sie uns nichts?

Schwarze Löcher - alles furchbar kompliziert

Rushmore de Nooyers Film arbeitet ausgiebig mit Animationen. Immer wieder ziehen schwarze Kugeln durch blaue Raster und verformen sie zu Trichtern. Dann kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und erklären etwas. Nach einiger Zeit hat man seine/n Lieblingserklärer/in und freut sich immer auf sie/ihn. Dann kommt die gutaussehende Moderatorin und bringt wieder eine Animation in Gang. Zwischendurch werden nachdenkliche Gesichter gezeigt und Hände, die mit Bleistiften unverständliche mathematische Formeln auf Papier schreiben und eigentümliche Berechnungen jenseits aller Zuschauerhorizonte anstellen.

Die Botschaft: Das ist alles wahnsinnig kompliziert, sparen wir uns also die Details und wenden uns den großen Fragen zu. Zwischendurch werden unglaubliche Zahlen genannt, etwa eine Trilliarde, was ein bisschen nach Onkel Dagobert klingt; dann geht es um Röntgenquellen und Quasare, Blaue Riesen und den Dopplereffekt und darum, was das Hubble Teleskop (das ein Raumschiff ist) im Andromeda-Nebel sah.

Verwirrend? Macht nichts. Trotzdem spannend. Dazu gibt’s schwirrend dahinbrausende Weltraummusik. Und auch wer nichts versteht, versteht wenigstens doch diesen Film.

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