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Friedrich Küppersbusch Tagesschaum vorm Mund

Friedrich Küppersbusch beginnt seine neue WDR-Satiresendung: "Tagesschaum" auf tiefergelegtem Kalauerniveau - um sich dann als schneller Schnipsler die politischen Themen der Woche vorzuknöpfen. Ein Lichtblick in der ansonsten satirefreien ARD.

TV-Comeback im WDR: Friedrich Küppersbusch. Foto: dpa

Friedrich Küppersbusch beginnt seine neue WDR-Satiresendung: "Tagesschaum" auf tiefergelegtem Kalauerniveau - um sich dann als schneller Schnipsler die politischen Themen der Woche vorzuknöpfen. Ein Lichtblick in der ansonsten satirefreien ARD.

Friedrich der Große ist wieder da. Die Haare sind fast ab, und die Nase wirkt, zumal durch die Kameraperspektive, noch größer als früher. Herr Küppersbusch hockt wieder vor der Kamera, für eine knappe Viertelstunde dreimal in der Woche bei seinem Heimatsender WDR. „Tagesschaum“ heißt das Format, und der Titel in seiner literarischen  (Boris Vian) wie fernseh-affinen Anspielung versprach Geistreicheleien über Medien, Politik und was sonst noch so angespült würde durch die Nachrichtenflut. Der Mann will sich einmischen in das, was uns im Wahlkampf-Vierteljahr droht und verspricht, den Zuschauer „bis an die Urne“ zu begleiten. Welche Urne er meint, ließ er offen.

Geblieben ist nach langer Abstinenz des durch das hochgelobte Magazin „ZAK“ zu TV-Berühmtheit gelangten Moderators und Produzenten der Hang zu flotten Formulierungen. Dass er allerdings gleich auf tiefergelegtem Kalauerniveau starten musste mit Peer Steinbrücks „Inkontinenz-Team“, dämpfte die Erwartungen. Doch es wurde  besser. Wir erfuhren, dass Steinbrücks neuer Sprecher, der  frühere Bild-Journalist Kleine,  eben noch Schönredner für die Immobilien-Heuschrecke Deutsche Annington war. Von dort zu den Sozis: Das kann man eine Karriere nennen.  In schönster Ausgewogenheit bekam danach die „Nebelgranate der Herzen“ ihre Breitseite ab; der CDU-Kriegsminister wurde gezeigt, wie er sich im Januar noch im Parlament für Kampfdrohnen stark gemacht hatte.

Dann präsentierte Küppersbusch, ganz der schnelle Schnipsler, a) eine Rubrik „Irgendwas mit Hitler“, b) den jungen Helden, der „Prism“ enthüllte, c) den gelungenen Obama-Kalauer „Yes we scan“ , d) eine Vision Ilse Aigners, e) in schönster Ausgewogenheit noch einen Schwachsinn von SPD-Mann Thomas Oppermann und kürte f) in der zweiten Rubrik in 12 Minuten die drei „Besten Menschen der Welt“. Sieger: Recep Erdogan, der die alten Sakkos von Peter Frankenfeld aufträgt. Was haben wir gegrinst. In die Kürze seines Formats streute Küppersbusch immer dann etwas Würze, wenn er Recherche-Ergebnisse seines Teams  bieten konnte. Ansonsten war Friedrich der Große ganz der alte Fritz. Und das ist in der weitgehend satirefreien ARD schon ein Lichtblick. 

 „Tagesschaum“ läuft auf WDR, EinsFestival und auf YouTube montags, dienstags und donnerstags.

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