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„Engel des Todes“ Was macht denn der Kopper hier?

Jan Seghers' vierter Marthaler-Krimi „Engel des Todes“ im ZDF mit einem – wieder mal  – unsympathischen Journalisten

Pathologin Dr. Thea Hollmann (Mirjam Weichselbraun) bringt Klärung in den Todesfall einer vor vielen Jahren verschwundenen Prostituierten. Foto: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Immer wenn man glaubt, zum Thema betroffene Ermittler müsste der letzte Krimi gedreht sein, taucht doch wieder einer auf. „Engel des Todes“ ist die vierte ZDF-Verfilmung eines „Kommissar Marthaler“-Krimis von Jan Seghers. Die Vorlage, „Die Akte Rosenherz“, erschien bereits 2010, wobei man sagen muss, dass betroffene Ermittler auch damals schon nicht mehr der letzte Schrei waren.

Marthaler, der bei Matthias Koeberlin ein lässiger, aber auch spitziger Typ ist – tatsächlich mehr spitzig als kantig, eine aparte Abwechslung im Kommissarsmilieu –, sollte also natürlich eigentlich gar nicht ermitteln. Seine schwangere Lebensgefährtin ist bei einem Raubüberfall auf einen Kunsttransport schwer verletzt worden.

Aber natürlich ermittelt Marthaler dennoch, aber natürlich geht er auch gleich einem Verdächtigen böse an die Gurgel, so dass er natürlich alsbald seine Waffe und Marke abgeben muss, aber natürlich dennoch weiter dabei ist. Marthaler geht seiner Umgebung damit schwer auf die Nerven, auch wenn vor allem Julia Jentsch als immens stoische Kollegin Höpfner tapfer hilft.

Der Fall ist nach Art von Romanvorlagen wohl etwas zu komplex, um ihn im Drehbuch (von Kai-Uwe Hasenheit und dem Regisseur Lancelot von Naso) zur ganzen Entfaltung zu bringen. Jedenfalls tut sich ein etwas routiniertes Geflecht auf, das zu einem alten Mord zurückführt, der vage an den Fall Nitribitt erinnert. Weil damals auch zwei Bilder Paul Klees verschwanden, ist Grund, im Städel zu recherchieren. Dass die Polizei hier locker mit dem Wagen vor den Haupteingang fahren darf, ohne dass Besuchermengen und Personal sie stören (hauen), ist symptomatisch dafür, dass die Frankfurt-Atmosphäre hier nicht so groß geschrieben wird, wie es möglich wäre. Viel Liebe zum Bild wurde hingegen in eine irre Schießerei in einem Supermarkt gelegt.

Den wenig sympathischen Journalisten spielt Andreas Hoppe, so dass Tatort-Zuschauer ganz konfus werden. Den Chef spielt Peter Lerchbaumer, aber er hat es faustdick hinter den Ohren, so dass Tatort-Zuschauer noch viel konfuser werden.

 

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