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Eins gegen eins Burnout: Modekrankheit oder echte Seuche?

Burnout ist ein Dauerthema in den Medien - und natürlich auch in den Talkshows. Am Montagabend stellte Claus Strunz auf SAT.1 die Burnout-Frage "Gefangen im Turbo-Leben – Macht uns die Gesellschaft krank?".

15.11.2011 07:29
Torsten Wahl
Moderator Claus Strunz thematisiert in seiner Talkshow "Eins gegen Eins" das Thema Burnout. Foto: dpa

Beckmann und Illner haben schon längst über Burnout geredet. Am Montagabend fragte erst Frank Plasberg in der ARD, ob Burnout nun „Modekrankheit oder echte Seuche“ sei. Kurz darauf stellte auch Claus Strunz auf SAT.1 die Burnout-Frage „Gefangen im Turbo-Leben – Macht uns die Gesellschaft krank?“ Die SAT.1-Talkshow „Eins gegen Eins“ versucht, aktuelle Fragen in einer Pro-Contra-Arena zu diskutieren – doch mehr Erkenntnisse liefert diese Form nicht.

Entgegen des Sendetitels diskutierten beim Streitgespräch auf SAT.1 nicht „Eins gegen Eins“, sondern Zwei gegen Zwei, und dazu waren sie diesmal farblich auch noch falsch sortiert. Denn die beiden Gäste, die dem Thema eher cool und sogar kalt gegenüber standen, waren in der roten Ecke zu sehen – der Jungunternehmer Dennis Uitz und der Medienforscher Norbert Bolz. Auf der blauen Seite standen dagegen diejenigen, die sehr emotional vorm Burnout warnten (und die beide entsprechende Bücher geschrieben haben): Der Ex-Banker Gerhard Huber und die SAT.1-Hauspsychologin Angelika Kallwass.

Auch wenn es bei „Eins gegen Eins“ wesentlich kultivierter zugeht als bei Schreishows aus der SAT.1-Frühzeit wie „Einspruch“, so versuchte Gastgeber Claus Strunz immer wieder, seine Gegenüber zu konträren Aussagen zu bewegen. Doch die Diskutanten ließen sich nicht so leicht in Lager einsortieren und gaben immer wieder auch der anderen Seite recht – wie in jedem vernünftigen Gespräch. Vergleichen mit dem vorangegangene ARD-Talk von Frank Plasberg wirkte die Diskussion aber eher bemüht und beliebig. Zudem blieb die eine Seite schwach besetzt: Der Jungunternehmer, der das Publikum davon überzeugen wollte, dass nicht die Gesellschaft krank mache, sondern nur die mangelnde Selbstorganisation, redete daher, als wiederholte er Formeln aus dem letzten Führungskräfteseminar. Für seine naive Meinung, dass doch kein Arbeitgeber seinen Angestellten wissentlich Stress bereite, erntete er sogar Gelächter aus dem Publikum im Studio Berlin-Adlershof. Folgerichtig bekam er nach der Sendung für seine Thesen noch weniger Zuspruch als vor der Show: Nur 22 Prozent folgten ihm. Offenbar ist Burnout doch mehr als ein Modethema.

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