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„Parker Lewis“ Coole Sache, Parker!

Cooler geht nicht - Parker Lewis ist ein Meister der Manipulation damals moderner Medien. Unser wehmütiger Blick auf die großen Serien von damals.

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Corin Nemec (re.) spielte Parker Lewis. Foto: imago

Parker Lewis kann nicht verlieren. Er hat eine Swatch-Armbanduhr, die mit denen seiner zwei besten Freunde synchronisiert ist.  Er hat die meisten und coolsten Hemden an der ganzen Santo Domingo High School. Sein Equipment ist State-of-the-Art der frühen 90er: Walkie Talkies, lückenlose Kameraüberwachung des kompletten Schulgeländes, mobile Faxgeräte und ein Karteikartenroller voller Masterpläne. Er ist ein Meister der Manipulation moderner Medien, also VHS- und Kompaktkassette. Gelernt hat er das im Laden seines Vaters, ein Videoverleih, der unter anderem NES-Spiele und Laser-Discs führt. Da arbeitet Lewis als Aushilfe. Cooler geht nicht.

Doch Parkers Leben ist voller Herausforderungen. Seine kleine Schwester ist das personifizierte Böse, die lüsterne Schuldirektorin Grace „Mussolini“ Musso versucht – und scheitert – ihm das Leben zur Hölle zu machen. Der Schülergehorsamsbeauftragte Frank Lemmer hat es auf Lewis abgesehen. Und dann ist da noch Francis Lawrence „Larry“ Kubiac. Genannt, „The Koop“. Eine 16 Jahre alte, 2,04 Meter große, 122 Kilogramm schwere Naturgewalt, dem Hulk sehr ähnlich, ohne die grüne Haut zwar, dafür mit gutem Herzen und unberechenbar. Und immer hungrig.

Da braucht auch der smarteste Teenie Verbündete. In Parkers Fall sein bester Kumpel, der lässige Lederjackenträger Mikey Randall (Catch-Phrase: „Coole Sache, Parker!“), und sein ihm treu ergebener Assistent, Obergeek Jerry Steiner („Mister Lewis, Sir“).

Die Show ist ein einziger fleischgewordener Cartoon und selbst wenn sie nur drei Jahre lief, fand sie zahlreiche Nachahmer. Malcolm mittendrin? Scrubs? Selbst verdammt nochmal Ally Mcbeal - all diese Sendungen sind ohne Parker Lewis nicht denkbar. Es war diese Serie, die den surrealen Einspieler erfand, angefüttert mit flachen Gags und comicartigen Soundeffekten.

Wie bei den Looney Toons um Bugs Bunny und Road Runner spielt es auch bei Parker Lewis keine Rolle, dass sich die Handlung ständig wiederholt. Das nennt man einen Running Gag, außerdem geht alles viel zu schnell, um sich mit Handlung oder Seriosität aufzuhalten. Für Entschleunigung sorgt in dem rasante Teenagerdasein nur Reggae-Musik.

Schaut man sich das Ganze jetzt, 20 Jahre später, an, empfindet man wie bei jedem Blick zurück in die Zeit der eigenen Pubertät. Man will als erstes die Farbsättigung des Bildschirms runterdrehen, weil es eindeutig zu bunt wirkt. Die Szenerie ist genau wie die Charaktere irgendwie überdreht, die Handlung naiv und man sollte nicht allzu genau hinschauen, sonst könnte es peinlich werden. Aber der unschuldige Witz der Sache bereitet einem ein warmes Gefühl im Bauch.

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