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Zukunftswerkstatt Google eröffnet Digitalschulen in Deutschland

Der Internetkonzern eröffnet seine erste Zukunftswerkstatt und lädt Schulen und Firmen ein.

Google
Google-Logo am Hamburger Hauptquartier: Der Internetriese will sich der digitalen Bildung in Deutschland annehmen. Foto: rtr

Der US-Internetriese Google macht sich eine jüngste Erkenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu eigen. „Deutschland hat bei der Digitalisierung großen Nachholbedarf“, findet auch der Entwicklungschef von Google Deutschland, Wieland Holfelder. Das soll sich nun ändern und zwar, indem heimische Schüler und Lehrer sowie Unternehmen und gemeinnützige Organisationen bei Google in die Schule gehen.

Dazu gründet der deutsche Ableger des US-Konzerns in Deutschland drei digitale Schulungszentren, die das Unternehmen Google-Zukunftswerkstatt nennt. Das erste davon hat Holfelder nun in München eröffnet. Zwei weitere Google-Digitalschulen sollen im Frühjahr und Herbst kommenden Jahres in Hamburg und Berlin dazukommen. Das Angebot ist kostenlos.

Google gibt sich verantwortungsbewusst

Google gibt sich gesellschaftlich verantwortungsbewusst. Eigennutz sei nur insofern dabei, als auch Google in Deutschland nicht genug Programmierer und andere Internetexperten findet und auf diese Weise den digitalen Nachwuchs stimulieren will, sagt Holfelder. Um den eigenen Bildungsvorstoß gesellschaftlich vermittelbarer zu machen, kooperiert der nicht gerade gut beleumundete Konzern dabei mit angesehenen Einrichtungen wie dem Thinktank Fraunhofer-Gesellschaft, der Stiftung Lesen, Industrie- und Handelskammern sowie anderen Partnern.

Stark macht sich für die digitale Google-Bildungsinitiative auch Gesche Joost, ihres Zeichens Internetbotschafterin der Bundesregierung und Mitbegründerin der gemeinnützigen Calliope GmbH, einem weiteren Google-Partner. Um die Bildungsangebote der Google-Schulen zu nutzen, die nicht nur in den drei deutschen Metropolen offline vor Ort sondern zeitgemäß auch im Internet verfügbar sind, „braucht man kein Google-Konto und es werden keine Daten erhoben“, beruhigt die Designprofessorin an der Universität der Künste Berlin. Bei digitaler Bildung rangiere Deutschland europaweit im hinteren Drittel, was die Politik trotz ihres Bildungsauftrags nicht so schnell wie nötig im Alleingang ändern könne. Es dazu brauche Unternehmen wie Google.

Erforderlich sei digitale Bildung in bei allen Alters- und Gesellschaftsgruppen – von Schülern und Lehrkräften bis zu Unternehmen und Menschen im hohen Alter. Andernfalls drohe sich die digitale Spaltung der Gesellschaft rasant zu vertiefen. Holfelder assistiert. Nur 39 Prozent aller Mitarbeiter deutscher Firmen würden heutzutage ein digitales Basistraining im Betrieb bekommen, magere neun Prozent hätten Grundkenntnisse im Programmieren und selbst Emails schreiben oder bearbeiten könne mit 95 Prozent noch nicht jeder, zitiert er aus eine aktuellen Firmenbefragung.

Google will Millionen Bundesbürger erreichen

Die digitalen Google-Schulungszentren und deren Onlineangebote wollen speziell kleineren Firmen und Mittelständlern dabei helfen, Online-Marketing oder digitale Kommunikation aufzubauen. Und sie docken sich an die Lehrpläne der Bundesländer an, um beispielsweise Grundkenntnisse im Programmieren oder 3D-Reisen auf den Mond lehrreich zu vermitteln. Gemeinnützige Organisationen und Vereine können lernen, sich eigene Apps zu erstellen oder wie man online Geld einwirbt. Von den drei Google-Zukunftswerkstätten aus sind auch Offline-Gastveranstaltungen in allen 16 Bundesländern geplant. Insgesamt will Google damit auf Ebene von Schulen und Unternehmen bis 2020 rund zwei Millionen Bundesbürger erreichen. Was sich das Unternehmen das kosten lässt, bleibt geheim.

Selbst schafft sich das heute schon im Internet und demnächst wohl auch in Autos omnipräsente Unternehmen mit dem Übernehmen digitaler Bildungsaufträge aber nicht nur Fachkräftenachwuchs. Deutlich wird das, als Elfjährige einer Montessori-Schule zur Einweihung der Münchner Google-Zukunftswerkstatt live ein Mini-Programm schreiben, das die Musiknote „g“ verwendet. „Ich nehme jetzt das g wie Google“, sagt der Schüler und wirkt dabei schon ziemlich auf Google programmiert.

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