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WireLurker Ungewöhnlicher Computerschädling

In China ist ein ungewöhnlicher Computer-Schädling aufgetaucht: Der Trojaner «WireLurker» befällt PCs nur, um an iPhones heranzukommen. Experten sehen das als Zeichen für neue Prioritäten in der Untergrund-Szene.

07.11.2014 16:44
Der Trojaner "WireLurker" zielt auf iPhones. Foto: AFP

Der neue Trojaner «WireLurker», der Apple-Computer vor allem in China angriff, ist nun auch in einer Windows-Version entdeckt worden. Bei weiteren Nachforschungen seien 180 Programme mit der Schadsoftware aufgespürt worden, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks am Donnerstag (Ortszeit). Sie hatte auch die Variante für Apples Mac-Rechner gefunden. Die infizierten Anwendungen für beide Plattformen seien Mitte März in Umlauf gebracht worden.

Nach Erkenntnissen des Antiviren-Spezialisten Kaspersky Lab gab es «minimale Fallzahlen» auch in Kanada, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Taiwan und den USA.

Apple blockierte inzwischen mehrere hundert Programme, die Mac-Computer in China angriffen. Sie werden nicht mehr auf den Rechnern starten, hieß es in einer Apple-Erklärung, die unter anderem das «Wall Street Journal» veröffentlichte. Palo Alto Networks hatte die Schadsoftware in rund 470 Programmen in einem dubiosen chinesischen App-Laden ausfindig gemacht. Die Mac-Anwendungen seien mehr als 350 000 Mal heruntergeladen worden, die Windows-Versionen in einer anderen chinesischen Online-Plattform rund 60 000 Mal.

Für Nutzer außerhalb Chinas gilt das Ansteckungsrisiko weithin als gering. Gefährlich wird es erst, wenn Nutzer Programme aus zweifelhaften Download-Läden oder Filesharing-Websites herunterladen und auf ihren Rechnern installieren.

Zugleich fiel die Schadsoftware damit auf, dass sie an den Computer mit einem USB-Kabel angeschlossene iPhones angreifen konnte. Dann greift sie dort nach Erkenntnissen von Palo Alto Networks Informationen wie Serien- und Telefonnummer des Handys ab. Bei iPhones, bei denen mit dem sogenannten «Jailbreak»-Verfahren von Apple vorgegebene Einschränkungen entfernt wurden, werden demnach auch Daten aus E-Mails und Nachrichten abgefischt.

«Das Erstaunliche an dieser Malware ist, dass sie einen PC befallen hat, um Zugriff auf ein mobiles Gerät zu erhalten - und nicht, um dem PC selbst zu schaden», kommentierte der Gründer der IT-Sicherheitsfirma Kevin Mahaffey. Das sei ein weiteres Zeichen für die wachsende Bedeutung der mobilen Geräte. Die Entwickler von Schadprogrammen nahmen lange vor allem die Windows-PCs ins Visier. Mit der Verbreitung von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android gerieten zuletzt auch diese Geräte immer stärker ins Visier der Online-Kriminellen. 8DPA9

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