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UFC Video „Alles, was ich anfasse, wird zu Gold“

Die Kampfsportorganisation UFC veröffentlicht einen Videoclip, in dem sie vollkommen schamlos ihre langjährige Beziehung zu US-Präsident Donald Trump feiert. Ein Kommentar.

Donald Trump und Vince McMahon
Donald Trump blickt auf eine langjährige Karriere in Skandalsportarten zurück. 2007 lässt er sich im Trump-Tower von WWF-Besitzer Vince McMahon die Krawatte richten. Foto: imago

Eine Kampfsportorganisation mit zweifelhaftem Ruf und skandalträchtiger Vergangenheit feiert ihre hervorragenden und langjährigen Beziehungen zum Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump. Und das ist keine Parodie.

Die Organisation ist die UItimate Fighting Championship, besser bekannt unter ihrem Akronym UFC und berühmt für ihre Mixed Martial Arts Stars wie Ronda Rousey, Conor McGregor oder Khabib Nurmagomedow. Der Präsident ist Donald Trump, einstmals Immobilienmakler in New York und Kasinobesitzer in Atlantic City, heute Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, oder, wie man in den USA sagt, „Commander in Chief“.

Unter dem stark anspielenden Titel „Combatant in Chief“ veröffentlichte die UFC einen Videoclip, in dem sie zurückblickt auf die fast 20 Jahre alte Verbindung zwischen UFC-Präsident Dana White und Trump.

Denn das war so: Im Jahr 2000 ging es der UFC finanziell gar nicht gut, kaum jemand wollte noch als Gastgeber für die Veranstaltungen auftreten, in vielen US-Bundesstaaten waren die Kämpfe verboten. Da kam Donald um die Ecke und bot einem verzweifelten Dana sein Taj Mahal in Atlantic City an, dem etwas schmuddligen Las Vegas der Ostküste. Dreimal gastierte die UFC dort und eine echte, weiße Männerfreundschaft war geboren. Über 15 Jahre später war es dann an White, Trump zu unterstützen, in dem er sich auf dem Parteitag der Republikaner für Trumps Nominierung aussprach.

Von Atlantic City bis ins Weiße Haus

Der Film, in ganzer Länge verfügbar auf dem Streaming Dienst UFC-TV, lässt kein noch so schmieriges Mittel aus, um nationalistischen Patriotismus zu bedienen. Die Flagge ist allgegenwärtig, alle Bauchbinden sind in rot-weiß-blau gehalten, von Sternen umgeben und unterlegt mit staatstragender Musik.

White und Trump werden als furchtlose Kämpfer mit eingebauter Gewinnergarantie inszeniert. White erzählt, man sei auch mal Konkurrent gewesen, als Trump einst eine eigene Kampfsportorganisation gegründet hatte (die genauso pleite ging wie ein paar Jahre später Trumps Kasinos in Atlantic City). Aber niemals habe er schlecht über „Präsident Trump“ geredet.

„Alles, was ich anfasse, wird zu Gold“, sagt Trump zu Beginn des Clips. Er erklärt sich damit - wohl unbewusst - zur Reinkarnation des antiken Königs Midas, dessen Gier nur von seiner Dummheit übertroffen wurde und der sich selbst verfluchte, in dem er sich wünschte, dass alles, was er berührte, zu Gold werde. Auch er hat nur warme Worte für White. Man schätzt sich untereinander, wenn man Gewinnertyp ist.

Politik und Sport: Obama macht es, Merkel auch

Dass Politik und Profisport gemeinsame Sache für mehr Aufmerksamkeit machen, ist ein alter Hut. Barack Obama inszenierte sich immer gerne als Basketball-Fan, Angela Merkel fremdelte medienwirksam mit der deutschen Fußballnationalmannschaft in der Kabine. Trump diente sich schon vor seiner politischen Karriere als Reality TV-Star der Branche an, und zwar mit Auftritten bei den Showkämpfen der World Wrestling Federation (WWF). 

Die Schamlosigkeit, mit der die UFC sich aber an die derzeitige US-Administration wanzt, hat eine neue Dimension. Sensationsgier, Patriotismus und politische Agitation werden maßlos bis zur Unkenntlichkeit vermischt.

Der Clip richtet sich an all jene Trump-Unterstützer und Kampfsportfans, die laut aufschreien, dass Politik im Sport nichts verloren habe, wenn Football-Profi Colin Kaepernick Politik mit Sport verbindet und im Vorfeld von NFL-Spielen auf rassistisch motivierte Polizeigewalt hinweist. Und die gleichzeitig applaudieren, wenn White zum Ende des Films auf der Terrasse des Weißen Hauses von einem Ohr zum anderen grinst und die kleine Hand von Trump schüttelt.

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