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Twitter Nach Storch-Satire sperrt Twitter „Titanic“-Account

Nach dem Twitter-Account von AfD-Frau Beatrix von Storch trifft es nun auch die „Titanic“: Twitter blockiert das Konto des Satiremagazins nach einer Storch-Parodie.

03.01.2018 15:40
Titanic
Beatrix von Storch ist derzeit Gastwtitterin für die „Titanic“ - oder auch nicht. Foto: Screenshot

„Und schon wieder ist es pasiert. Auch bei TITANIC werde ich von Twittee zensiert!!!“ Es ist nicht Beatrix von Storch, die das twittert, sondern eine Parodie auf die AfD-Frau, die derzeit als Gast-Ttitterin für den Account des Satiremagazins unter dem Kürzel bvs tätig ist. Verdient hat sie sich die Ehre dieser Verballhornung mit ihrem Tweet über „barbarische, muslimische, gruppenvergewaltigende Männerhorden“, der zahlreiche Strafanzeigen wegen Volksverhetzung nach sich zog und Beatrix von Sztorch eine zeitweilige Blockade bei Twitter.

Mitarbeiter der Social-Media-Plattform fanden die Parodie offenbar wenig komisch und sperrten wiederum zeitweise den Twitter-Account der „Titanic“. Der Kurznachrichtendienst habe den Zugang gesperrt und für die Rücknahme zur Bedingung gemacht, einen parodistischen Tweet zu löschen, teilte das Magazin am Mittwoch in Frankfurt mit. 

Das Satiremagazin hatte den Storch-Tweet aufgegriffen und in ihrem Namen getwittert: „Wisst Ihr, was Twitter auf Arabisch heisst, liebe @polizei_nrw_k? Ja? Pfui! Ich weiß es nicht - denn das letzte, was ich haben will, sind besänftigte barbarische, muslimische, gruppenvergewaltigende Männerhorden! (bvs)“

Beide Tweets  sind inzwischen nicht mehr abrufbar, Storchs Äußerung wird von der Staatsanwaltschaft Köln auf strafrechtliche Relevanz geprüft. 

Die „Titanic“ macht für die Sperrung das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) verantwortlich. „Da haben uns Heiko Maas und Angela Merkel im Vorhinein anderes zugesagt! So sind wir nicht mehr gewillt, dabei mitzuhelfen, unbescholtenen, besorgten Bürgern eine linksgrünversiffte Umerziehung zu verpassen“, sagte Chefredakteur Tim Wolff. Twitter teilte auf epd-Anfrage mit, zu einzelnen Accounts nehme man keine Stellung. Der Vorgang habe jedoch nichts mit dem NetzDG zu tun.

Das Gesetz, das soziale Netzwerke zu einem schärferen Vorgehen gegen strafbare Inhalte im Netz verpflichtet, gilt seit 1. Januar in vollem Umfang. „Offensichtlich rechtswidrige“ Inhalte wie Volksverhetzung, Beleidigung oder Bedrohung müssen nun binnen 24 Stunden nach einer Beschwerde gelöscht werden, für „rechtswidrige Inhalte“ gilt eine Frist von sieben Tagen. Bei wiederholten Verstößen drohen den Unternehmen Bußgelder.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte den Kurznachrichtendienst auf, „jegliche Form von Zensur“ gegenüber der „Titanic“ zu beenden. Mit dem Vorfall sei eingetreten, wovor der DJV bereits im Gesetzgebungsverfahren gewarnt habe: „Ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit Sitz in den USA bestimmt darüber, wie weit Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland reicht“, sagte der Bundesvorsitzende Frank Überall. (epd/mo)

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