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Soziale Netzwerke Facebook und die Falschmeldungen

Seit der US-Wahl wird Facebook wegen der Beeinflussung der Wahl durch Falschmeldungen kritisiert. Während Zuckerberg sich gegen die Anschuldigung wehrt, sind Mitarbeiter offenbar anderer Ansicht.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat den Vorwurf, Facebook habe die Wahl beeinflusst als "ziemlich verrückt" von sich gewiesen. Foto: REUTERS

Knapp eine Woche ist seit der US-Präsidentschaftswahl vergangen, doch der Vorwurf, Facebook habe durch zahlreiche kursierende Falschmeldungen die Wahl beeinflusst, steht weiter im Raum. Vergebens versuchte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, zu dementieren, was viele US-Medien und auch Experten dem sozialen Netzwerk vorwerfen. Auch der neu gewählte künftige US-Präsident Donald Trump fiel Zuckerberg in den Rücken und erklärte in einem Fernsehinterview, soziale Medien hätten ihm geholfen, die Wahl zu gewinnen.

Auch innerhalb von Facebook soll es beim Thema "Fake-News" rumoren. Wie "BuzzFeed News" berichtet, soll sich eine Gruppe von Angestellten zusammengefunden haben, die sich mit dem Thema beschäftigt. Die Gruppe will Mark Zuckerberg zeigen, dass er Unrecht hat, wenn er sagt, es sei eine "ziemlich verrückte Idee" zu glauben, dass Falschmeldungen die Wahl beeinflusst hätten.

"Es ist keine verrückte Idee", zitiert "BuzzFeed News" einen anonymen Facebook-Mitarbeiter, der sich in der inoffiziellen Taskforce engagiert. "Was verrückt ist, ist dass Zuckerberg das einfach so von der Hand weist, obwohl er weiß, dass Falschmeldungen während des Wahlkampfs wie wild auf unserer Plattform kursierten." Die Gruppe will nach eigenen Angaben eine Liste von Empfehlungen erstellen, die sie dem Management überreichen will.

Unterdessen zeigen vier Studenten, die an einem Hackathon an der Universität Princeton teilgenommen haben, dass Facebooks Falschmeldungs-Problem lösbar zu sein scheint: Die Studenten haben binnen 36 Stunden eine Erweiterung für den Browser Chrome entwickelt. "FiB" heißt die Erweiterung, die nach Angaben der Studenten den Facebook-Feed eines Nutzers in Echtzeit durchgeht und die Inhalte verifiziert.

Mittels künstlicher Intelligenz, Bilderkennung und Quellen-Verifizierung soll "FiB" prüfen, ob ein Facebook-Beitrag authentisch ist. Ist der Beitrag falsch, versucht die künstliche Intelligenz nach Angaben der Entwickler, die Wahrheit herauszufinden und sie dem Nutzer anzuzeigen. Ist der Beitrag authentisch, wird er für den Nutzer entsprechend markiert. "Wir hoffen, das kann besser in Facebook integriert und von anderen Social-Media-Plattformen aufgegriffen werden", schreiben die Studenten. "Wir müssen sicherstellen, dass wir aufhören, Lügen zu glauben."

Auch Facebook und Google bewegen sich mittlerweile etwas und beginnen, den Urhebern der Falschmeldungen den Kampf anzusagen. Zuerst verkündete Google, dass Websites, die Falschmeldungen veröffentlichten, von der Nutzung des Google-Anzeigenservices ausgeschlossen würden. Facebook zog schnell nach: In den Werberichtlinien des sozialen Netzwerks werden nun auch Seiten mit Falschmeldungen ausgeschlossen.

Facebook hat bereits seit geraumer Zeit Probleme mit Inhalten. Im Frühjahr kam der Vorwurf auf, Facebook-Mitarbeiter würden bei der Auswahl von Themen für die "Trending Topics" zugunsten einer Partei entscheiden. Das "Trending Topics"-Team wurde entlassen, doch die Qualität der ausgewählten Inhalte wurde nicht besser dadurch, dass ein Algorithmus alleine die Themen auswählte.

Im Spätsommer löschte Facebook das berühmte Bild eines Mädchens, das nackt vor Napalm-Bomben in Vietnam flieht. Das Bild wurde - genau wie etwas später ein Video, das über Brustkrebs-Vorsorge informieren sollte - von Facebook wegen "Nacktheit" gelöscht. Rassistische Beiträge und so genannte "Hate Speech" dagegen werden häufig toleriert - ein Grund für regelmäßige Kritik an dem sozialen Netzwerk.

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