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Soziale Medien Social Bots gegen UN-Migrationspakt eingesetzt

Recherchen eines Berliner Startup-Unternehmens zufolge wurde gezielt Stimmung im Netz gegen den UN-Migrationspakt gemacht.

10.12.2018 06:53
Social Bot
Was ist von einem Menschen verbreitet und was von einem Computersystem? Foto: epd

Vor der geplanten Verabschiedung des UN-Migrationspakts haben Recherchen eines Berliner Startup-Unternehmens zufolge zahlreiche Social Bots im Internet Stimmung gegen die internationale Übereinkunft gemacht. Laut der Analyse der Firma botswatch sind mehr als ein Viertel aller Tweets zum Migrationspakt (28 Prozent) auf Social Bots zurückzuführen, wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Montag) berichtet. Den Analysten zufolge sei der Durchschnitt bei politischen Diskussionen sonst etwa um die Hälfte niedriger (10 bis 15 Prozent).

Social Bots sind in sozialen Netzwerken agierende Computerprogramme, die sich als reale Menschen tarnen. Für ihre Studie zum Migrationspakt habe Botswatch rund 800 000 Tweets untersucht, die zwischen dem 24. November und dem 2. Dezember veröffentlicht wurden.

Kanzlerin Merkel ist für den Migrationspakt

Gestreut worden seien zum Beispiel Behauptungen, wonach die Bundesregierung versuche, die Öffentlichkeit beim Migrationspakt bewusst zu täuschen: Das Abkommen sei rechtlich bindend, damit hole die Regierung Flüchtlinge bewusst nach Deutschland. Wichtig für die Verbreitung der Inhalte seien neben Twitter auch Plattformen wie YouTube. Auf mögliche Hintermänner der Social Bots gehe die Analyse nicht ein.

Staats- und Regierungschefs kommen am Montag in Marrakesch zusammen, um den Migrationspakt zu verabschieden. Deutschland wird bei dem zweitägigen Gipfel in der marokkanischen Stadt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertreten. Ziel des völkerrechtlich nicht bindenden Handlungsrahmens ist es, lebensgefährliche und chaotische Migration durch internationale Kooperation zu verhindern.

An der Erarbeitung des Pakts waren außer den USA alle UN-Mitgliedsstaaten beteiligt. Seit Abschluss der Verhandlungen im Juli hatten mehrere Regierungen ihre Unterstützung für den Pakt zurückgezogen, unter ihnen Österreich, Ungarn und vier weitere osteuropäische Staaten. Deutschland steht ebenso wie mehr als 180 Nationen weiter hinter dem Migrationspakt. (epd)
 

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