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Social Media Dating-Funktion bei Facebook

Viele Paare hätten sich auf Facebook kennengelernt, sagt Gründer und Chef Mark Zuckerberg. Nun bekommt das weltgrößte Online-Netzwerk eine Flirt-Funktion. Aktien der Konkurrenz sacken ab.

02.05.2018 07:06
Social Media
Zuckerberg stellt Neuerungen bei Facebook vor., Foto: afp

Facebook steigt ins Geschäft mit der Partnersuche ein. Für die Dating-Funktion werden Mitglieder gesonderte Profile anlegen müssen, die auch nur für andere Flirt-Interessierte sichtbar sein werden, wie Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg ankündigte. Der Datenschutz sei dabei besonders beachtet worden. Anleger trauen Facebook zu, den Markt aufzumischen: Die Aktie der Match Group, der Mutterfirma der Flirt-App Tinder, verlor nach der Ankündigung über ein Fünftel ihres Werts.

Ob Facebook auf sein enormes Wissen über die Mitglieder zurückgreifen will, um Partner-Vorschläge zu machen, blieb zunächst unklar. Zunächst wurde nur bekannt, dass Nutzer an Events und Gruppen teilnehmen und dort ihre Profile für andere sichtbar machen können. Die Kommunikation zwischen zwei Personen soll über einen eigenen neuen Chatdienst laufen. Das Dating-Profil soll nicht für die Facebook-Freunde eines Nutzers sichtbar sei – und sie sollen auch nicht als potenzielle Partner vorgeschlagen werden, hieß es.

Mehrere Neuerungen auf Facebook

Facebook wolle darauf aufbauen, dass sich bereits viele Paare bei dem Online-Netzwerk kennengelernt hätten, sagte Zuckerberg. Weitere Details soll es in den kommenden Monaten geben.

Außerdem erleichtert es Facebook den Nutzern nach dem jüngsten Datenskandal, einige gesammelte Informationen wie die Liste besuchter Websites oder angeklickter Links zu löschen. Zudem könnten die Nutzer künftig auch verhindern, dass Daten über ihre Interaktionen mit anderen Websites und Apps überhaupt gespeichert werden, sagte Zuckerberg auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8. Er verglich die Funktion „Clear History“ mit dem Entfernen ähnlicher Informationen in Webbrowsern. Genauso könne ein solcher Schritt auch die Nutzung von Facebook weniger komfortabel machen, betonte er. „Ihr Facebook wird nicht ganz so gut sein, während das System neu lernt.“

 

Als weitere Neuerung bekommt die Foto-App Instagram eine Videochat-Funktion und der Kurzmitteilungsdienst Facebook Messenger einen eingebauten Übersetzer. Außerdem gab Zuckerberg den Startschuss für den Verkauf der neuen VR-Brille Oculus Go, die zum Preis von 219 Euro ohne Kabel oder Anschluss an einen Computer auskommen sollen. In ihr werden Nutzer auch die neuen 3D-Fotos betrachten können, die man mit der Facebook-App machen kann.

Zuckerberg wirkt auf der Bühne sicherer

Eine zentrale Rolle bei Zuckerbergs Auftritt spielte aber der Datenskandal um den Abfluss von Nutzerinformationen an die Analysefirma Cambridge Analytica. Zuckerberg wiederholte, dass dies „ein massiver Vertrauensbruch“ gewesen sei. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.“

Zugleich bekräftigte der Facebook-Chef, dass das Online-Netzwerk wegen des Skandals und der heftigen Kritik der vergangenen Monate nicht stehenbleiben werde. „Es ist wichtig, hart zu arbeiten, um die Welt zusammenzubringen. Wir werden weiterbauen.“

Zuckerberg wirkte auf der Bühne sicherer und lockerer als in den vergangenen Jahren – und griff auch zur Selbstironie. Eine Funktion zum gemeinsamen Ansehen von Videos demonstrierte er anhand seiner zehnstündigen Fragerunde vor US-Abgeordneten und Senatoren. „Nehmen wir mal an, einer Ihrer Freunde muss im US-Kongress aussagen“, sagte Zuckerberg. „Man kann seine Freunde versammeln und gemeinsam lachen, gemeinsam weinen“, setzte er zu Gelächter im Saal fort. „Lasst uns das nicht so bald wiederholen“, schloss er nach einer Pause ab.

Facebook steht seit dem Skandal unter massivem Druck, den Datenschutz zu verbessern. Das Online-Netzwerk schränkte bereits unter anderem den Zugang von Softwareentwicklern zu Nutzerdaten ein. Facebook wisse zwar, dass die absolute Mehrzahl von ihnen gute Dinge entwickeln wolle, sagte Zuckerberg an die Adresse der Entwickler. Aber auch wenn die Einschränkungen ihnen das Leben schwieriger machen könnten, werde dies auf lange Sicht auch ihrem Geschäft gut tun.

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