Lade Inhalte...

Ryan Lochte Olympiasieger nach Instagram-Post gesperrt

US-Schwimmstar Ryan Lochte inszeniert sich auf Instagram - und handelt sich damit eine Sperre wegen Verstoßes gegen die Doping-Richtlinien ein.

Ryan Lochte
Dumm schwimmt gut: Ryan Lochte. Foto: rtr

Ryan Lochte hat in seiner Karriere sechs Goldmedaillen bei Olympischen Spielen geholt - und zwei Sperren. Eine davon jüngst wegen eines Posts bei Instagram. Der US-Schwimmstar hatte im Mai auf der Plattform ein Foto von sich veröffentlicht, auf dem er eine intravenöse Injektion erhält- lächelnd und in Begleitung einer blonden Frau, dazu einen lässigen Spruch.

Zwar handelte es sich bei der injizierten Flüssigkeit wohl kaum um einen illegales Präparat - so dumm ist selbst der nicht als hellste Leuchte am Baum bekannte Lochte nicht. Vielmehr ließ sich der 33-Jährige wohl einen Vitamincocktail in die Venen laufen, der die Regeneration nach dem Training beschleunigen soll.

Das Problem ist nur, dass eine Injektion von mehr als 100 Millilitern laut den Vorschriften der US-Anti-Doping-Agentur USADA nur unter strengen Auflagen erlaubt ist und außerdem nur im Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht erfolgen darf.

Das wusste Lochte offenbar nicht. Laut USADA hat er die Sperre akzeptiert, die ihn bis Juli 2019 von allen Wettbewerben ausschließt. Zuletzt hatte er erklärt, seine Karriere bis zu den Sommerspielen 2020 in Tokio fortsetzen zu wollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lochte, „Amerikas idiotische Seekuh“ (US-Comedian John Oliver), eine Sperre aus außergewöhnlichen Umständen erhält. Erst im August 2017 gab er sein Comeback von einer zehnmonatigen Auszeit, erzwungen durch den US-Verband aufgrund von Ereignissen während der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Lochte hatte - gemeinsam mit drei Teamkollegen - behauptet, er sei am Rande der Spiele mit vorgehaltener Waffe überfallen worden sein. Die Aufregung war groß, hatten doch viele Beobachter im Vorfeld der Spiele genau das befürchtet: Rio, Favelas, Gewalt und Kriminalität.

Allerdings ließen Videoaufnahmen einer Überwachungskamera einen etwas anderen Ablauf der Ereignisse vermuten. Die Bilder zeigten Lochte und Konsorten, wie sie in der Tankstelle randalierten und urinierten, bis sie schließlich von einem Sicherheitsmann gestellt wurden.

Zurück in den USA entschuldigte sich Lochte für den Zwischenfall und für den Umstand, den Sachverhalt „nicht vorsichtig und offen genug dargestellt zu haben“. Das nutzte ihm aber nur noch wenig. Der US-Verband sperrte den 18-maligen Lang- und 21-maligen Kurzbahnweltmeister für zehn Monate. Bei der WM 2017 in Budapest durfte er deshalb seine drei Titel von 2015 nicht verteidigen.

Bei den Sommerspielen 2020 in Tokio ist Lochte wieder startberechtigt. Sofern „der süßeste, dümmste Meerjungmann das Landes“ (derselbe John Oliver) bis dahin nicht wieder vergleichbaren Mist baut. (mit sid)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen