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RTL II Verdacht auf Betrug mit SMS-Flirt

Wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug hat die Münchner Staatsanwaltschaft Räume des Fernsehsenders RTL II sowie anderer Unternehmen durchsucht.

13.04.2009 16:04

München. Wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug hat die Münchner Staatsanwaltschaft Räume des Fernsehsenders RTL II sowie anderer Unternehmen durchsucht.

Es geht um den Verdacht auf betrügerische SMS-Flirtangebote im großen Stil, bestätigte Oberstaatsanwalt Anton Winkler einen Bericht des Branchendienstes "Kontakter". "Es besteht der Verdacht, dass diese Flirtangebote letztlich nur dazu dienten, die Kontaktsuchenden zu möglichst vielen SMS-Sendungen zu veranlassen", sagte Winkler am Montag.

Über RTL II seien die Flirtangebote beworben worden. Es sei aber unklar, ob der Sender selbst oder Mitarbeiter involviert gewesen seien. Zwei Männer, unter ihnen ein Ex-Mitarbeiter von RTL II, seien nach der Aktion vor eineinhalb Wochen festgenommen worden.

RTL II bestätigte die Durchsuchung vom 2. April. "Das Ermittlungsverfahren richtet sich nicht gegen das Unternehmen RTL II", erklärte ein Sprecher jedoch. "Soweit einzelne Mitarbeiter des Unternehmens betroffen sein sollten, kann RTL II aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der damit zusammenhängenden Unschuldsvermutung keine weiteren Erklärungen abgeben. Die weitere Zusammenarbeit mit Vertragspartnern in dem betroffenen Bereich wird derzeit juristisch geprüft." RTL II kooperiere voll umfänglich mit der Staatsanwaltschaft.

Laut Winkler kostete bei dem Flirtangebot jede SMS, die ein Interessent sendete, 1,99 Euro. Die Antworten seien jedoch nicht von wirklichen potenziellen Partnern gekommen, sondern von sogenannten Operatoren, die gar kein Interesse hatten und telefonischen Kontakt oder Treffen unter verschiedenen Begründungen ablehnten. "Es gibt Geschädigte, die haben mehrere tausend SMS im Rahmen eines Kontakts versandt", sagte Winkler.

Allein 2005 und 2006 hätten etwa 14 000 Suchende rund eine halbe Million SMS verschickt, damit gehe es um rund eine Million Euro Schaden. Was für die Folgejahre noch hinzukomme, sei unklar. Die Ermittler gingen aber davon aus, dass der Schaden noch höher ist. Die Ermittler waren durch eine Anzeige auf die Spur gekommen. Durchsucht wurden neben den Räumen des Senders auch Räume der Operatoren- Unternehmen. (dpa)

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