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Recep Erdogan Geschenke für Erdogan

Die deutsch-türkischen Fußballprofis Özil, Gündogan und Tosun treffen in London den türkischen Präsidenten Erdogan. Das sorgt für Diskussionen im Netz.

Erdogan
Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Erdogan und Cenk Tosun (v.l.n.r.) posieren gemeinsam für die Kamera. Foto: dpa

Während eines dreitägigen Besuchs in Großbritannien hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die beiden deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan sowie den türkischen Nationalspieler Cenk Tosun getroffen.

Tosun ist gebürtiger Hesse (Wetzlar), vier Jahre lang Spieler bei Eintracht Frankfurt, ehemaliger Junioren-Nationalspieler Deutschlands und seit 2012 für die Auswahl der Türkei aktiv. Özil und Gündogan sind gesetzte Größen der deutschen Mannschaft und aller Voraussicht nach auch bei der WM in Russland mit dabei.

Alle Drei verdienen ihr Geld mittlerweile in der englischen Premier League: Özil bei Arsenal London, Gündogan bei Manchester City und Tosun beim FC Everton. 

Die drei Fußballer überreichten bei dem Treffen in London signierte Trikots und posierten mit Erdogan für Bilder und Videos, die seine Partei, die AKP, auf Twitter veröffentlichte.

Dort löst das Treffen, das einen Tag vor der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders der Nationalmannschaft für die WM in Russland durch Bundestrainer Joachim Löw stattgefunden hatte, heftige Reaktionen aus. In manchen Tweets forderten User Löw auf, die beiden Spieler nicht zu berücksichtigen. Andere fragten, ob es nötig gewesen sei, sich für die „Propaganda“ und den „Wahlkampf der AKP“ vereinnahmen zu lassen.

Denn am 24. Juni finden in der Türkei vorgezogene Neuwahlen statt. Erdogan und seine AKP befinden sich also voll im Wahlkampf. Bilder mit Fußballsuperstars kommen da gelegen, vor allem, wenn sie von Özil auch noch über seinen eigenen Twitter-Account verbreitet werden, dem über 23 Millionen Accounts folgen – mehr als jedem anderen deutschen Fußball-Profi und unter denen sich mit Sicherheit viele der rund 1,4 Millionen wahlberechtigten Türken befinden, die in Deutschland leben.

Erdogan selbst hatte Anfang des Monats verkünden lassen, dass weder er noch Mitglieder seines Kabinetts zu Wahlkampfauftritten nach Deutschland reisen würden, auch vor dem Hintergrund, dass das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr ein Auftrittsverbot für ausländische Amtsträger drei Monate vor einer Wahl erlassen hatte. 

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