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re:publica Die Truppe muss draußen bleiben

Eine Auseinandersetzung über die Militarisierung im Netz scheiterte. Nun ist die Bundeswehr auf der Netz-Konferenz re:publica nicht erwünscht. Der Kommentar.

Teilnehmer der re:publica
Jung, sehr gut ausgebildet und internetafin: Teilnehmer der re:publica. Foto: imago

Ein großer Transporter mit einem Transparent in Tarnfarben und dem Spruch „Zu bunt gehört auch grün“, Soldaten in Uniform und Flyern in den Händen. So wurden re:publica-Besucher vor dem Eingang in Berlin begrüßt.

Zum Unmut der Veranstalter hatte die Bundeswehr vor den Toren der Digitalkonferenz einen PR-Stand aufgeschlagen, um Gäste zu rekrutieren. Mitten auf der Straße, direkt vor dem Eingang. Die Soldaten wurden aufgefordert zu gehen. Die PR-Aktion der Truppe war offenbar die Reaktion darauf, dass die Bundeswehr als Sponsor der Konferenz abgewiesen worden war und nicht mit einem Stand auf der re:publica stehen darf.

Die Aktion sorgt jetzt für Empörung. Doch es ist das Recht der Veranstalter, selbst zu entscheiden, wen sie auf ihre Konferenz lassen. Dass sie den Dialog scheuen, stimmt ebenfalls nicht. Im aktuellen Programm spricht ein Soldat über seine Erfahrungen, nur eben nicht in Uniform. Das hatten die Veranstalter abgelehnt, weil sich Teilnehmer damit unwohl fühlen könnten, hieß es.

Keine Diskussion über Militarisierung im Netz

Im vergangenen Jahr hatten die re:publica-Veranstalter ihrerseits den Dialog mit der Bundeswehr gesucht. Das Angebot, mit politisch Verantwortlichen über das Thema Militarisierung im Netz zu sprechen scheiterte – laut Veranstaltern vonseiten der Bundeswehr. Die diesjährige Aktion der Truppe scheint also mehr eine Trotzreaktion gewesen zu sein, als dass sich eine kluge Strategie dahinter versteckt. Zumal der Lkw auf der Straße stand und damit die Feuerwehrzufahrt verstellte.

Zudem ist wirklich fraglich, wie erfolgreich die Bundeswehr bei der re:publica neue Soldaten rekrutiert hätte. Wünschenswert wäre, dass die Truppe sich im nächsten Jahr einem Dialog stellt – mit Entscheidungsträgern und offener Fragerunde.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier re:publica 2018

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