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Raspberry Pi Zero Ein Computer für fünf Dollar

Seit 2012 ist der Raspberry Pi - ein günstiger Mini-Computer für Bastler - auf dem Markt, bisher wurden sieben Millionen Exemplare verkauft. Nun bringt die Stiftung, die dahinter steckt, ein neues Modell auf den Markt: Es kostet nur fünf Dollar und ist noch kleiner. Die Nutzer sind begeistert.

Kleiner als ein 5-Dollar-Schein: Der Raspberry Pi Zero. Foto: Raspberry Pi Foundation

Der womöglich kleinste Computer, den man kaufen kann, ist kein Smartphone, sondern ein Raspberry Pi. Der kleine Computer, der in seiner Standardausführung etwa die Maße einer Kreditkarte hat, wurde ursprünglich entwickelt, um Kindern durch einen bezahlbaren Computer die Möglichkeit zu geben, programmieren zu lernen. Die Idee für den kleinen Einplatinencomputer entstand, als Eben Upton, Rob Mullins, Jack Land und Alan Mycroft - heute alle in der Raspberry Pi Foundation engagiert - feststellten, dass Schüler, die sich in den 90er Jahren für ein Informatik-Studium interessierten, Programmierkenntnisse mitbrachten, in den Jahren danach jedoch kaum noch.

Die Schuld für diese Entwicklung gaben die Vier unter anderem dem Aufstieg des Heimcomputers und der Spielkonsole, die die Geräte ersetzten, mit denen die frühere Generation das Programmieren lernte: Amiga und C64. Plötzlich war der PC zu teuer, um Kinder damit experimentieren und programmieren zu lassen - die künftigen Studenten hatten höchstens noch etwas Ahnung von Webdesign, heißt es auf der Website der Raspberry Pi Foundation.

Aus diesen Erfahrungen heraus ist der Raspberry Pi entstanden, der Anfang 2012 auf den Markt kam: Eine kreditkartengroße Platine, mit der vorwiegend junge Menschen experimentieren sollten. Der Verkaufspreis war dementsprechend günstig: Etwa 20 bis 35 Dollar kostet ein Raspberry Pi, bisher wurden sieben Millionen der kleinen Geräte verkauft. Doch nur ein Drittel davon ist tatsächlich in Kinderhänden gelandet. Vor allem die Maker-Szene - Wikipedia definiert Maker als "Do-It-Yourself-Kultur mit dem Einsatz aktueller Technik" - war von dem kleinen, günstigen Computer und seinen Einsatzmöglichkeiten begeistert.

Denn obwohl der Raspberry Pi nur aus einer Platine besteht, sind die Anwendungsmöglichkeiten riesig. Neben zahlreicher Hardware (Gehäuse, Monitor, Adapter), mit der man die kleine Platine erweitern kann, gibt es im Internet jede Menge Projektideen, Anleitungen und Tutorials. Der Fantasie sind dabei scheinbar keine Grenzen gesetzt: Ein Nutzer stellt beispielsweise den "Magic Mirror" vor - einen Spiegel, der Informationen wie die Uhrzeit und das aktuelle Wetter anzeigen kann. Ein anderer Nutzer zeigt, wie sein Hund per E-Mail Leckerli bekommt, auf YouTube zeigt ein Video, wie ein Garagentor per Sprachbefehl geöffnet wird. Außerdem gibt es beispielsweise das Video einer Kaffeemaschine, bei der man telefonisch Kaffee bestellen kann.

Es gibt verschiedene Betriebssysteme, mit denen der Computer betrieben werden kann - hauptsächlich Linux-Distributionen, seit neuestem gibt es jedoch auch eine Version von Windows 10. Speicherplatz kann man per SD-Speicherkarte und USB-Speicher hinzufügen, besonders beliebt ist Raspberry Pi als Mediacenter. Aber auch zur Hausautomation - beispielsweise dem automatischen Anschalten von Lampen oder der Kopplung von Wecker und Kaffeemaschine - wird es genutzt.

Nun hat die Raspberry Pi Foundation die neueste Version des Mini-Computers vorgestellt: Der Raspberry Pi Zero ist noch einmal kleiner als die Vorgänger-Modelle und kostet nur noch fünf Dollar. "Von allen Dingen, die wir tun, ist eine Sache am wichtigsten: Die Kosten der Computerhardware senken", schreibt Eben Upton, Gründer und Chef der Raspberry Pi Foundation in einem Blogbeitrag zum Raspberry Pi Zero. "Sogar in der entwickelten Welt ist ein programmierbarer Computer ein Luxusgegenstand für viele Menschen und jeder Dollar, den wir mehr verlangen, senkt die Chance, dass sie sich damit beschäftigen", so Upton weiter.

Der Raspberry Pi Zero ist so klein und günstig, dass man ihn zum Start sogar als Beilage der Zeitschrift "MagPi" bekommt. Und der Run auf die Neuerscheinung ist groß: Im hauseigenen Online-Shop ist der Raspberry Pi Zero bereits seit Tagen ausverkauft und auch die Zeitschrift ist bei vielen Zeitschriftenhändlern bereits vergriffen.

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