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Nashorn-Hörner Tierschützer kritisieren Online-Auktion

Rhinozeros-Horn ist nachgefragt - erstmals ist eine legale Online-Auktion über die Bühne gegangen. Tierschützer protestieren und befürchten eine Zunahme beim illegalen Handel.

28.08.2017 15:36
Nashorn
Einem betäubten Nashorn in Südafrika wird das Horn abgeschnitten. Foto: rtr

John Hume, Nashorn-Züchter aus Südafrika, ist in Triumphstimmung. Seine international umstrittene, dreitägige Online-Auktion von Rhinozeros-Hörnern hat zwar nicht die Resonanz erfahren, die Hume sich erhofft hatte, dennoch war es für ihn ein wichtiger Meilenstein: „Bei der Auktion gab es weniger Bieter und Verkäufe als erwartet, doch der legale heimische Handel ist nun wieder begründet und der Weg für künftige Verkäufe somit geebnet“, ließ Hume über seinen Anwalt verlauten.

Die Auktion habe klar gezeigt, dass die Nachfrage nach Horn weiter da sei und deswegen Tausende Dickhäuter gewildert würden. „Aber seit heute gibt es einen legalen und nachhaltigen Nachschub.“ Die Theorie von Nashorn-Züchter John Hume: Wenn er den Markt mit dem unter Betäubung abgesägten Horn der Nashörner aus privatem Besitz bedient, sinkt die brutale Wilderei in Afrikas Naturparks.

Tierschützer fordern Handelsverbot

Tierschützer wie Daniela Freyer, die Mitbegründerin von Pro Wildlife, halten das für Unsinn: Die Nachfrage werde nur steigen, statt abnehmen, glauben sie. Freyer betont: „Wir rufen die südafrikanische Regierung auf, ein neues Handelsverbot zu erlassen, um weitere Auktionen zu verhindern.“ Denn Humes Ankündigung lässt sie Schlimmes ahnen: „Wir befürchten, dass dieser Auktion weitere folgen werden.“ Auch Christine Pistorius von der Tierschutzorganisation IFAW sieht es ähnlich: „Wir glauben diese Argumentation nicht - der legale Handel befeuert vielmehr den illegalen Handel noch“, sagte sie.

Beunruhigt sind Tierschützer zudem von einem beängstigenden Trend: Elefanten geraten wegen ihrer Stoßzähne wieder stärker ins Visier von Wilderern. Im Krüger-Nationalpark und anderen staatlichen Naturparks wurden dieses Jahr bereits 30 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne illegal getötet - acht mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im vergangenen Monat entdeckten Ranger sieben Dickhäuter, die Wilderern zum Opfer gefallen waren.

Auch Elefanten weiterhin gefährdet

Besonders gefährdet sind Elefanten im nördlichen Teil des Parks, erklärte der zuständige Park-Manager Mbangeni Tukela einer Gruppe Journalisten bei einer Medientour. Wilderer hätten dort zunächst den regionalen Nashorn-Bestand dezimiert. Isaac Phaahla von der Nationalparkbehörde SANParks bestätigt: „Im Norden des Krüger-Nationalparks gibt es weniger Nashörner, dafür aber jede Menge Elefanten.“

Die weiterhin hohe Zahl an gewilderten Nashörnern in Südafrika ist zumindest eingegrenzt worden. Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa nannte fürs erste Halbjahr für den Krüger-Park einen Rückgang von 34 Prozent. Auch wenn es riskanter wird, dem Rhinozeros ans Horn zu gehen, blüht der Schmuggel. Erst vergangene Woche fand die Polizei in Thüringen unter anderem 7,5 Kilo Nashorn-Horn. Es gilt in Asien als Potenz- und Heilmittel, der internationale Handel ist aber seit rund vier Jahrzehnten verboten. (dpa)

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