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„Mehmet Scholl ist tot“ „Titanic“-Satiriker trollt Twitter

Leo Fischer, der ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“, hat als Gast-Twitterer für das „Zeit“-Magazin satirische Tweets gemacht. Das findet nicht jeder lustig.

Leo Fischer
Der ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“, Leo Fischer, sorgte mit zwei Eilmeldung im Namen des „Zeit“-Magazins für Wirbel. Foto: Imago

Das Zeit-Magazin wird das Konzept, regelmäßig Prominenten für eine Woche ihren Twitter-Account @ZEITmagazin zu überlassen, zukünftig wahrscheinlich überdenken. 

Als ganz Twitter nur darüber spricht, dass die ARD die Zusammenarbeit mit Mehmet Scholl mit sofortiger Wirkung beendet, sticht der Account des „Zeit“-Magazins mit einer anderen Sensationsmeldung hervor: „Eilmeldung: Mehmet Scholl ist tot“.

Dahinter steckt der ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“, Leo Fischer. Er ist der aktuelle Gast-Twitterer des Zeit-Magazins und tut ja eigentlich nur das, was sich die Erfinder der Aktion bei der „Zeit“ erhofft haben: Dem Account eine persönliche Note geben.

Nach dem Scholl-Tweet legte er nach: „Eilmeldung: Südkoreanische Medien melden Explosion, Lichtblitz über Pyöngjang.“

Viele regten sich über die Pietätlosigkeit des Scholl-Tweets auf, oder auch über die Tatsache, dass Fake-News verbreitet worden wären. Bild-Chef Julian Reichelt retweetete die „Eilmeldung“ über den Korea-Konflikt mit dem Kommentar: „Die Zeit scheint von ähnlicher Selbstzerstörungs-Sehnsucht getrieben wie Kim Jong-Un.“

Von dem Chef der Bild-Zeitung wegen einer Meldung gerügt zu werden, ist für einen Satiriker natürlich eine besonders steile Vorlage, und so antwortet Leo Fischer mit dem Account des „Zeit“-Magazins„Wir danken nebenbei Twitter-Chef @jreichelt für die Hilfestellung beim Kampf gegen Fakenews und für journalistische Qualitätsstandards!“ Und dazu einen Screenshot eines Bild-Artikels über die FKK-Krise.

Das Problem bestand aber vor allem darin, dass Fischer die beiden Postings nicht, wie es sonst von Gast-Twitterern gehandhabt werden soll, mit seinem Autorenkürzel „lf “ versehen hatte.

Für die Redaktion des „Zeit“-Magazins wurde von Leo Fischer wohl eine Grenze überschritten. Sie beendet sofort seine Tätigkeit als Gast-Twitterer und löschten die beiden Meldungen.

Das „Zeit“-Magazin wollte einen Satiriker als persönliche Note für ihren Account haben, und entzieht ihm dann entsetzt den Account, wenn der ehemaligen Chef des Satire-Magazins-„Titanic“ Satire dort macht. Auch irgendwie Satire.

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