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Las Vegas Fernseher der Zukunft auf der Elektronikmesse CES

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas wetteifern die Hersteller um die größten Bildschirme und um das nächste Schärfe-Level.

Samsung Electronics
Besucher der Messe CES bestaunen die Fernsehtechnologie am Stand von Samsung. rtr Foto: rtr

Etwas versteckt im zentralen Ausstellungsgebäude der CES in Las Vegas hat Hisense einen kleinen Kinosaal mit drei gemütlichen Fernsehsesseln aufgebaut. „Das ist die Zukunft des Fernsehens“, sagt ein Sprecher des chinesischen TV-Geräte-Herstellers. Das Gerät hat das Rennen gemacht. Mit 3,80 Meter Bilddiagonale dürfte es den Wettbewerb „Wer hat den Größten?“ auf der Consumer Electronics Show (CES) in diesem Jahr gewonnen haben. 

 Das ist wichtig im Kampf um Marktanteile. Demonstriert doch schiere Quantität technische Kompetenz, und die ist besonders 2018 wichtig. Im Sommer steigt die Fußball-WM in Russland, und solche Turniere steigern traditionell den Absatz der Apparate. Hisense hat dabei den Vorteil, praktisch omnipräsent zu sein. Denn die Chinesen gehören nicht nur zu den Top drei der Branche, sondern auch zu den exklusiven Sponsoren der Weltfußballorganisation Fifa. 

Das Hisense-Gerät liegt mit seinen Werten knapp vor dem viel beachteten Modell von Samsung, das die Koreaner selbstbewusst „The Wall“ getauft haben. Was allerdings auch seine Berechtigung hat. Denn mit dem 3,70-Meter-Bildschirm kann tatsächlich eine deutsche Durchschnittswohnzimmerwand weitgehend abgedeckt werden. 

Wer an den Ständen der maßgeblichen TV-Gerätebauer auf dem Messegelände vorbeischaut, muss zu dem Schluss kommen, dass es unter zwei Metern Bildschirmdiagonale schon beinahe peinlich für den Nutzer wird. Die Gigantomanie, die seit Jahren das Grundprinzip des Geschäfts mit der Glotze ist, scheint keine Limits zu kennen. 

Und auch bei der Darstellungstechnik der bewegten Bilder geht es rasant weiter. Hier lautet das Motto: „Je schärfer desto besser“. Der sogenannten SD-Technik folgte der hochauflösende Standard HD/Full-HD. Letzterer ist mit seinen 1920 mal 1080 Bildpunkten inzwischen zum Standard geworden, zumal sämtliche Fernsehprogramme und der allergrößte Teil der auf Videoportalen abrufbaren Filme und Serien in HD zu haben sind. 

Die neue Samsung-Technik: Micro-LED

Doch in den Messehallen in Las Vegas geht es längst um mehr. Hier muss es mindestens das nächste Schärfe-Level 4K (4096 mal 2160 Pixel ) sein, das auch Ultra-HD genannt wird. Doch damit nicht genug. Auf der CES wird 8K präsentiert. Das sind dann 7680 mal 4320 Pixel. „The Wall“ arbeitet mit dieser Bildauflösung. Samsung hat dafür eine neue Technik entwickelt, die Micro-LED genannt wird. „Das kommt der Wirklichkeit am nächsten“, sagt ein Samsung-Mitarbeiter. Es handelt sich um winzige Leuchtdioden, jede erzeugt ihr eigenes Licht. Eine Hintergrundbeleuchtung wie bei konventionellen LED- oder LCD oder organischen LED-Bildschirmen ist nicht nötig. So wird das Bild heller, das Schwarz schwärzer und die Farben brillanter. 

Da gehen die Kollegen von Hisense einen anderen Weg. Sie propagieren den Laser-Fernseher als das Gerät der Zukunft. So einer steht denn auch in dem kleinen Kino, allerdings „nur“ im 4K-Standard. 

Laser-TV: Das bedeutet, der Bildschirm ist lediglich so etwas wie eine elektronische Leinwand. Die bewegten Bilder werden aus einer etwas klobigen Kiste projiziert, die unter dem Bildschirm steht. „Das TV-Erlebnis entspricht der viel angenehmeren Wahrnehmung in einem Kino“, heißt es bei Hisense.

Das alles hat seinen Preis. Der erste, kürzlich auf den Markt gekommene Laser-Apparat mit einem 2,54-Meter-Bildschirm kostet um die 10.000 Dollar – doch auch die Full-HD-Geräte waren anfangs teuer und sind dann schnell billiger geworden. 

Branchengigant Sony zeigt auf der CES indes die zweite Generation der Acoustic-Surface-Fernseher. Es braucht keine externen Lautsprecher, weil der Bildschirm selbst ein großer Lautsprecher ist. Es muss eigentlich nicht erwähnt werden, dass Sony natürlich auch im Highend-Bereich mitmacht und ein 8K-Gerät zeigt, allerdings mit einem beinahe enttäuschenden 2,15-Meter-Bildschirm. Wann es auf den hiesigen Markt kommt, ist noch nicht klar. Schließlich gibt es praktisch keine Inhalte für die neue ultra-ultra-hochauflösende Technik. 

Dieses Problem will Samsung zumindest zum Teil lösen. Die Koreaner präsentieren auf der CES Fernseher, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Im Apparat befindet sich ein Rechner, der ein 4K-Signal hochrechnet. Da braucht es also nur noch 4K-Inhalte, aber auch die sind bislang eher dünn gesät. 

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