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Laptop-Kamera abkleben Warum die Chefs von Facebook und FBI ihre Webcams abdecken

Facebook-Chef Mark Zuckerberg und FBI-Direktor James Comey kleben die Kameras an ihren Computern ab. Keiner der beiden ist paranoid - es gibt zahlreiche Fälle, bei denen die Webcam ohne Wissen des Nutzers aktiviert wurde.

Weil man nie weiß, wer durch die Kamera am eigenen PC zuschaut, kleben Mark Zuckerberg und FBI-Chef James Comey ihre Kameras ab. Foto: imago/CHROMORANGE

Als Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor drei Monaten ein Bild veröffentlichte, mit dem er der Fotoplattform Instagram zu mehr als 500 Millionen Nutzern gratulierte, war die Zahl der Instagram-Nutzer schnell Nebensache. Aufmerksame Beobachter hatten bemerkt, dass auf dem Bild Zuckerbergs Laptop zu sehen war - und dass sowohl die Webcam als auch das Mikrofon des Laptops abgeklebt waren.

Ausgerechnet Zuckerberg, Chef des datensammelnden sozialen Netzwerks Facebook sorgt sich um seine Privatsphäre und klebt seine Kamera ab - das sorgte im Netz für viele Diskussionen. Doch Mark Zuckerberg ist nicht der einzige, der sich vor unbefugten Zuschauern schützen will und deshalb seine Webcam abdeckt. Bereits im April hatte FBI-Chef James Comey am Rande einer Veranstaltung erklärt, dass er die Kamera seines Laptops abklebt: "Ich habe es in den Nachrichten gesehen, also habe ich es kopiert. Ich habe ein Stück Klebeband über die Kamera geklebt, weil ich das bei jemandem gesehen habe, der intelligenter ist als ich".

Darauf angesprochen, ob er seine Kamera immer noch abklebe, erklärte Comey später, es sei "nicht verrückt, dass der FBI-Direktor sich um seine persönliche Sicherheit" kümmere. In jedem Regierungsbüro seien die Webcams mit Deckeln verschlossen. "Man tut das, um nicht autorisierte Personen davon abzuhalten, dich anzuschauen. Ich denke, das ist eine gute Sache", so Comey.

Die Kamera abkleben macht Sinn

Weder der Facebook-Chef noch der FBI-Direktor sind paranoid: Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahren mehrere Fälle, in denen die unbefugte Nutzung von Webcams im Mittelpunkt stand. 2010 wurde bekannt, dass Laptops eines US-Schulbezirks im Viertelstundentakt Fotos machten - und dabei Schüler zuhause fotografierten. Gedacht war das System eigentlich dazu, verlorene oder gestohlene Geräte wiederzufinden - stattdessen hatte es Schüler unter anderem beim Schlafen oder halbnackt fotografiert, wie es in Beschwerden hieß.

2013 berichtete die "Washington Post" über eine Studie, die zeigte, dass man die Webcam eines MacBooks aktivieren konnte, ohne dass der Nutzer durch ein Warnlicht darauf hingewiesen wurde. Im gleichen Jahr berichtete die britische BBC über einen "florierenden Schwarzmarkt, auf dem Zugänge zu Computern für geringe Beträge ge- und verkauft werden". Ein Jahr später wurden in 18 Ländern Nutzer der Malware "Blackshades" verhaftet. Die Software ermöglicht es ihren Nutzern, auf einem fremden Computer Dokumente zu betrachten, die Tastaturanschläge mitzuschneiden oder die Kamera zu aktivieren - ohne dass der Computerbesitzer etwas davon ahnt.

Mittlerweile verkaufen zahlreiche Online-Shops "Webcam-Cover", mit denen Nutzer ihre Webcam abdecken können, wenn sie nicht genutzt wird. Alternativ reicht auch ein Post-it, ein Stück Papier oder ein Klebestreifen - Facebook-Chef Mark Zuckerberg und FBI-Chef James Comey wissen, wie es geht.

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