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Kinder-Medien-Studie 2018 Virtuos unterwegs in der virtuellen Welt

Aktuelle Studie: Kinder entscheiden sich bewusst für die digitale Mediennutzung und sehen auch negative Seiten.

Smartphone
Kinder wachsen mit der Digitalisierung auf. Foto: rtr

Kinder sind der digitalen Welt nicht so verfallen, wie manche denken. Sie entscheiden sich bewusst für oder gegen virtuelles Leben. Zu diesem Fazit kommt die Kinder-Medien-Studie 2018, die von sechs Medienhäusern, unter anderem Gruner + Jahr, dem Zeit- und Spiegel-Verlag, in Auftrag gegeben wurde. Für die repräsentative Studie wurden mehr als 3000 Interviews mit Kindern und Erziehungsberechtigten aus deutschsprachigen Haushalten geführt. 

Am liebsten treffen Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 13 Jahren demnach in ihrer Freizeit Freunde, spielen im Freien, ruhen sich aus oder treiben Sport. Erst mit zunehmenden Alter gewinnen Smartphones, Spiele auf dem Tablet und Computer an Bedeutung. Social-Media-Aktivitäten werden vor allem ab zehn Jahren relevant. Dreiviertel der zehn bis 13-Jährigen nutzen den Messengerdienst Whatsapp, ein Drittel Facebook und weniger als ein Fünftel laden Fotos bei Instagram hoch. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Kinder die „Explosion an Freizeitangeboten easy und smart“ managen.

Kinder wachsen mit der Digitalisierung auf, gleichwohl besitzen 96 Prozent der Mädchen mit 13 Jahren noch Kuscheltiere, während Jungs eher an Spielkästen festhalten. Jungs lösen sich dabei früher von den traditionellen Lieblingsstücken ihrer Kindheit. Das Fahrrad spielt bei beiden Geschlechtern eine große Rolle. Ab dem Teenageralter werden analoge zunehmend mit digitalen Geräten ersetzt: 92 Prozent der Mädchen und Jungen besitzen mit 13 Jahren ein Smartphone, 55 Prozent einen Computer und 26 Prozent ein Tablet. Jedes zweite neunjährige Kind hat ebenfalls schon ein Handy oder Smartphone in der Tasche. 

Ein Handy und Smartphone ist zudem Wunschobjekt Nummer Eins: Bei 40 Prozent steht es ganz oben auf der Liste – unabhängig davon, ob das Kind schon eins besitzt oder nicht. Im Vergleich zur Vorjahresstudie wünschen sich die Kinder grundsätzlich mehr – von der Spielkonsole, über das Skateboard, das Rad, die Rennbahn bis hin zum Puzzle oder Puppen. 

Obwohl Kinder es gewöhnt sind, mit Digitalisierung umzugehen, heißt das nicht, dass Printprodukte für Kinder und Jugendlichen keine Relevanz mehr haben. Im Gegenteil: Drei Viertel der Kinder zwischen vier und 13 Jahren lesen mindestens mehrmals pro Woche Bücher und Zeitschriften. Dabei dürfen sie selbstständig entscheiden, was sie lesen. Online kontrollieren Eltern länger.

Dabei haben Kinder ein differenziertes Bild, was das Internet ist – und erleben auch im Alltag bei Erwachsenen negative Auswirkungen übermäßiger Nutzung. „Das Internet weiß alles“, sagt ein achtjähriges Kind. Ein Gleichaltriges erklärt, das Internet sei wie ein Buch, „eben nur auf dem Bildschirm“. Ein 11-jähriges Kind empfindet es als „lebenswichtig“. Ein sechsjähriges Kind findet das Netz dagegen „doof“. „Da sitzt Papa stundenlang drin und redet nicht mit uns.“

Mit zunehmendem Alter werden Kinder an den Kosten für das Handy beteiligt. Ansonsten geben Jungs und Mädchen ihr Geld vor allem für Süßigkeiten und Zeitschriften aus. Erwähnenswert, dass beim Taschengeld der Gender-Pay-Gap gesunken ist (3,6 Prozent Unterschied zwischen Jungs und Mädchen). Und hätten Kinder eine Superkraft zur Auswahl, würden sie sich die Fähigkeit wünschen, den Menschen auf der Welt zu helfen. 

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