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#JamaikaAus So lief die Jamaika-Sondierung wirklich ab

Aus #Jamaika wurde #Neinmaika - und ein Video, das im Netz herumgereicht wird, gibt endlich einen realistischen Eindruck davon, wie die Sondierung tatsächlich abgelaufen ist.

FDP
Kurz nach Abbruch der Jamaika-Sondierung verpasste die FDP ihrem Twitter-Account ein neues Twitter-Titelbild. Foto: Screenshot @FDP

Am Tag nach dem Scheitern der „Jamaika“- Sondierung bekommen wir erstmals ein realistisches Bild davon, wie es hinter den Sondierungskulissen zugegangen ist. Man muss sich das so vorstellen: Hilflos mühen sich die Beteiligten über schwieriges Terrain, bewegen sich in Zeitlupe auf ein nahezu unerreichbares Ziel zu, kommen dabei auf abschüssiger glatter Fläche immer wieder ins Rutschen und kegeln dabei die anderen mit um – und einer der ersten, der ausschert, ist der Kandidat in Gelb.

Der Mitschnitt aus einer japanischen Spielshow, der dieses Bild vermittelt, macht heute im Netz die Runde.

Vor allem die FDP, die die Gespräche in der Nacht abgebrochen hatte,  bekommt im Netz auf die Mütze. Übel stößt manchen die Geschwindigkeit auf, mit der die Bundespartei bereits kurz nach Mitternacht das Titelbild ihres Twitter-Accounts austauschte. „Lieber nicht regieren als falsch“ prangt dort seither in Pink auf gelbem Grund.  „Der Exit-Slogan ist schon grafisch aufbereitet. PR ist alles“, kommentiert die ARD-Journalistin Ina Ruck auf Twitter. „Naja, bei der ARD müsste man wahrscheinlich schon mittags einen Grafikantrag eingereicht haben...“, ätzt der FDP-Landtagsabgeordnete  Lorenz Deutsch zurück.

In dieselbe Kerbe wie Ruck haut Spiegel-Online-Redakteurin Ayla Mayer: „Man wird den Verdacht der Inszenierung auch nicht unbedingt los, wenn man als erstes den knackigen Satz, mit dem man überall zitiert werden will, als neuen Twitter-Header hochlädt“. 

Auch die eigenen Wahlkampfslogans wie „Nichtstun ist Machtmissbrauch. Es geht um unser Land“  werden den Liberalen um die Ohren gehauen. Alexander Bonde twittert an die Adresse der FDP: „War dann wohl doch ‚Bedenken first‘“.  

SuperMom adaptiert die FDP-Position: „'Liebe Familie, ich kündige. Lieber bin ich gar keine Mama, als eine Falsche.' Herrlich, mach ich jetzt immer so, wenn mir was nicht passt und Kompromiss finden zu anstrengend ist.“

Aber es gibt auch erleichterte Stimmen zur  gescheiterten „Jamaika“-Sondierung. „Dass Deutschland bis auf weiteres keine stabile Regierung bekommt, wird man in Brüssel und Europa beunruhigend finden. Dass die FDP nicht regieren wird, werden viele beruhigend finden“, schreibt Stefan Leifert

Mit dem ihr eigenen Humor reagieren die Berliner Verkehrsbetriebe: „Achtung! Heute ist rund um den Bundestag mit Abbrüchen aufgrund großer Verspätung (mehrere Wochen) zu rechnen.“ 

Und die Berliner Senatskanzlei hat ein Angebot für alle,  die die Hoffnung auf Jamaika noch nicht aufgegeben haben: „Lust auf #Jamaika? Jetzt Reisepass in Ihrem Bürgeramt beantragen.“ 

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