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Jair Bolsonaro Deutsche Bank nennt Bolsonaro „Wunschkandidat der Märkte“

Die Deutsche Bank bezeichnet Brasiliens zukünftigen, rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro auf Twitter als „Wunschkandidat der Märkte“ und erntet dafür viel Kritik.

Wahlen in Brasilien
Für die einen ein rechtsradikaler, homophober Hitlerverehrer, für die anderen ein neoliberaler Wunschkandidat: Brasiliens künftiger Präsident Jair Bolsonaro. Foto: rtr

Nach dem Wahlsieg des rechtsextremen Jair Bolsonaro bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien sorgen sich große Teile der Weltöffentlichkeit um den Fortbestand der Demokratie im fünftgrößten Land der Welt. Bolsonaro war in der Vergangenheit mehrfach dadurch aufgefallen, dass er Homosexuelle beschimpfte, rassistische Kommentare äußerte oder die einstige Militärdiktatur in Brasilien verherrlichte.

Doch laut einem Tweet der Deutschen Bank vom 5. Oktober geht durch den Sieg des Hitler-Verehrers für manche ein Wunsch in Erfüllung, respektive für die „Märkte“. Denn: „der neoliberale Jair Bolsanoro ist der Wunschkandidat der Märkte“ heißt es im besagten Tweet, den die Deutsche Bank zwei Tage vor der ersten Runde der Wahlen in Brasilien absetzte.

Aus dem Netz hagelte es direkt Kritik, die in Menge und Härte stark anwuchs, nachdem Bolsanoro auch die Stichwahl am 28. Oktober gewonnen hatte und feststand, dass der 63 Jahre alte Mann, den der Boulevard bereits den „Tropen-Trump“ nennt und der in Folter ein probates Mittel des Staates sieht, künftig Brasilien regieren wird.

„Faschisten und Kapitalisten - Brüder im Geiste“

„Gedankenlos und dumm“ sei die Aussage der Deutschen Bank, auch wenn sich „mit Diktatoren sicherlich am besten verhandeln“ ließe, schrieben manche unter den Tweet. „Märkte leben nicht und haben keine Wünsche“, „Ethik war noch nie Eure Sache“ und „Faschisten und Kapitalisten – Brüder im Geiste“ waren weitere Kommentare. Andere schrieben, sie würden ihr Konto bei der Bank kündigen wollen. 

Die Deutsche Bank reagierte nach all der Kritik. Man bedaure, „dass durch die Verkürzung auf eine Twitter-Botschaft ein anderer Eindruck entstanden ist, als der, den wir beabsichtigt haben.“ Gleichzeitig verwies die Bank auf ein Statement, in dem der Tweet, der über den hauseigenen Kanal der Bank versendet wurde, ihrem „Anlagestrategen Dr. Stephan“ zugeschrieben wurde. Es handele sich bei dessen Einschätzung „ausdrücklich um eine faktische Beschreibung und nicht um eine inhaltliche Würdigung des politischen Programms des künftigen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro“. Zu den Werten des Geldhauses gehöre es, „als Unternehmensbürger für Demokratie, Menschenwürde und Diversität“ einzutreten.

Weil sich die Netzgemeinde davon nur schwerlich überzeugen ließ, legte Jörg Eigendorf, Konzernsprecher der Deutschen Bank, am 30. Oktober nochmal nach. Der Shitstorm sei „eine Lehrstunde für uns“. Man bedaure, „dass man Raum für Missverständnisse gelassen“ habe.

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