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Heidi Mund Tränen für das deutsche Volk

Heidi Mund ist wieder da! In einem neuen Youtube-Video fordert die „Freie Bürgerin“ und ehemalige Pegida-Aktivistin Frankfurt auf, sich zu erheben. Oder sowas in der Art.

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Heidi Mund 2015 in Frankfurt. Damals noch voller Hoffnung. Heute weint die radikale Christin um das deutsche Volk. Foto: imago

Fünf Minuten dauert das Video, in dem Heidi Mund zunächst vom  Aufstand am 17. Juni 1953 in der DDR erzählt und sich dabei sogleich an die heutige Situation erinnert fühlt. Mund sitzt am Steuer eines Fahrzeugs, erzählt von bedrohten Kindern, die abgestochen und vergewaltigt würden, mindestens aber herumgeschubst, denn „sie“ kämen ja immer in Gruppen.

Dagegen müsse sich das deutsche Volk wehren. Und die Ausländer, die in Deutschland verweilen dürfen, gleich mit. „Deutschland steht auf, Frankfurt steh auf“ sagt Mund, um dann, untermalt von langsam lauter werdender dramatischer Musik, vollends die Fassung zu verlieren.

Mund weint drauf los, weil sie Deutschland liebe wie sie auch dieses Volk liebe, selbst wenn es etwas schläfrig sei. Sie fabuliert, dass das deutsche Volk in seiner tausendjährigen Geschichte (ok, von tausend Jahren spricht sie nicht) schon häufig von Vernichtungsfantasien heimischer Diktatoren oder feindlicher Nationen bedroht worden war.

Adolf Hitler und die Briten mit demselben Ziel

Als erstes fällt ihr da Adolf Hitler ein. Der hatte einen „Nero-Plan, und das ging nicht nur gegen Ausländer. Er wollte die totale Vernichtung von unserem Volk“, sagt Mund und meint einen Befehl der Nazi-Regierung, wonach beim Rückzug Infrastruktur und militärische Einrichtungen und Güter vernichtet werden sollten, damit diese nicht dem Feind in die Hände fallen würden. In Anlehnung an den römischen Kaiser Nero nannten Historiker der Nachkriegszeit diese Anordnung den „Nero-Befehl“, der sich aber weder gegen Ausländer, noch gegen das deutsche Volk richtete, sondern eben nur gegen dessen Straßen, Bahnhöfe und Flugabwehrgeschütze.

Auch die Engländer wollten laut Mund die Deutschen „ausradieren“. Jetzt will sie wieder wer vernichten, bzw. ersetzen, und zwar „durch Afrikaner, durch andere Moslems. Es soll keine Blonden mehr geben, sie wollen uns durchmischen“, sagt Mund mit zitternder Stimme und immer noch Tränen in den Augen.

Als ob das noch nicht genug der Täter-Opfer-Umkehr sei, spricht Mund im Folgenden auch noch von einem „Experiment“, das sie „mit uns Deutschen machen, wie damals in Buchenwald“, wo Deutsche hunderte Juden zu Tode quälten und das als wissenschaftliche Versuche ausgaben.

All das macht die ehemalige Pegida-Aktivistin, die einst am Tag der Deutschen Einheit zum Gebet gegen Masseneinwanderung aufgerufen hatte, aus einem ganz bestimmten Grund: Sie will, dass Frankfurt sich erhebt, aufsteht. So heißt auch ihr Video. Oder zumindest so ähnlich. Denn der englische Titel des Beitrags, „a city arises“, müsste strenggenommen mit „eine Stadt entsteht“ oder „eine Stadt kommt auf“ übersetzt werden. Heidi meint wohl „a city rises“. Aber das wirklich Nebensache.

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