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Hedy Lamarr Google Doodle Google ehrt Erfinderin und Sex-Symbol

Mit einem "Doodle" ehrt Google die ehemalige Hollywood-Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr. Während die Schauspielerin in Hollywood mit ihrem Aussehen für Aufsehen sorgte, blieb ihre Erfindung lange im Verborgenen - und wird heute dafür umso ausgiebiger genutzt.

Hedy Lamarr im Film "Lady Of The Tropics" (1939). Foto: imago stock&people

Zu Ehren wichtiger Persönlichkeiten oder in Erinnerung an wichtige Jahrestage ändert Google gelegentlich sein Logo. Am 9. November, dem "Tag der Erfinder" in Deutschland, Österreich und der Schweiz ehrt das "Google Doodle" eine Frau, die heute kaum noch jemand kennt, die jedoch zu ihrer Zeit jedem ein Begriff gewesen sein dürfte: Hedy Lamarr.

Lamarr ist am 9. November 1914 unter dem Namen Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien zur Welt gekommen. Unter ihrem Künstlernamen Hedy Lamarr wurde sie ein Hollywoodstar, beworben als "die schönste Frau der Welt" spielte sie unter anderem in "Man braucht kein Geld" (1931), "The Lady Of The Tropics" (1939) und "Samson und Delilah" (1949) mit. Mit einer zehnminütigen Nacktszene erregte sie Aufsehen ("Symphonie der Liebe", 1933), der Film wurde wegen einer Szene, in der sie einen Orgasmus spielte, in Nazi-Deutschland verboten.

Doch ihre Schauspielkarriere - in Hollywood war sie abonniert auf Rollen als Schönheit, Verführerin und Geliebte, sie galt als Sex-Symbol - ist nicht der Grund, warum Google Hedy Lamarr mit einem Doodle ehrt. Denn Lamarr war neben ihrer Schauspielerei auch als Erfinderin tätig. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelte sie eine Funkfernsteuerung für Torpedos, die 1942 patentiert wurde, aber während des Zweiten Weltkriegs nicht zum Einsatz kam. Erst während der Kubakrise 1962 wurde die Technik - das so genannte Frequenzsprungverfahren - erstmals vom US-Militär genutzt. Das Patent war zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen.

Mit Hilfe von mechanischen Klavieren hatten Lamarr und Antheil zuvor eine Möglichkeit gefunden, zwischen verschiedenen Frequenzen schnell zu wechseln, um die Übertragung schwerer anpeilbar und störungsfreier zu machen. Erst als die Technologie in den 80er Jahren durch das Militär freigegeben wurde, kam sie richtig zum Einsatz. Heute wird das Frequenzsprungverfahren beispielsweise im Bluetooth-Standard verwendet, auch der GSM-Standard und W-Lan setzen das Frequenzsprungverfahren ein.

Im Jahr 1997 erhielt Hedy Lamarr den EFF Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation, die sich Bürgerrechten im Internet verschrieben hat. Im Januar 2000 starb Hedy Lamarr - ihr Erbe lebt weiter in der digitalen Welt und im Doodle, das Google-Mitarbeiterin Jennifer Hom entwickelt hat. "Lamarr hat eine Art mythischen Status bei Google und ich war sehr aufgeregt, ihre Geschichte zu erzählen", schreibt Hom zum Doodle. In dem Video, das zu Ehren Hedy Lamarrs entstanden ist, ist Lamarr sowohl als Schauspielerin als auch als Erfinderin zu sehen. "Ich habe alte Mode-Zeichnungen und Filmposter angeschaut, um das Gefühl für die 40er Jahre zu bekommen", erklärt Hom.

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