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Hacker-Angriff Sicherheitsbehörden warnen vor europaweitem Blackout

Ein Hackerangriff auf deutsche Energieversorger könnte einen europaweiten Stromausfall auslösen, warnen deutsche Sicherheitsbehörden.

24.08.2018 12:41
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Sicherheitsexperten befürchten Hackerangriffe auf Energieversorger - das könnte einen europaweiten Blackout auslösen. Foto: imago

Was der Autor Marc Elsberg in seinem Roman „Blackout“ schon 2012 beschrieben hat, halten nun auch deutsche Sicherheitsbehörden für möglich: Ein europaweiter Stromausfall nach einem Hackerangriff.

In einem 22-seitigen Dokument, das von Experten des BKA, BND, BSI und des Verfassungsschutzes erarbeitet wurde und das dem Spiegel vorliegt, schildern die Fachleute ihre Erkenntnisse und Befürchtungen. Es könnten „Auswirkungen bis zu einem vollständigen Blackout im europäischen Verbundnetz nicht ausgeschlossen werden“, zitiert „Der Spiegel“ die vertrauliche Lageeinschätzung des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums. Die Behörden seien deutlich besorgt aufgrund aktueller Erkenntnisse zu Angreifern, die in der Vergangenheit kritische Infrastruktur attackiert hätten, heißt es im Nachrichtenmagazin weiter.

Der Bericht besage, dass Erkenntnisse vorlägen, „dass mittlerweile auch Kritische Infrastruktur in Deutschland (vorrangig Energieversorgung) im Fokus von Aufklärungsaktivitäten stehen“. Es könnte sich dabei um Vorbereitungen für eine Attacke handeln, so der Bericht weiter.

Domino-Effekt befürchtet

Die Experten befürchten demnach eine Art Domino-Effekt der in Europa vernetzten Energieversorger. Würden mehrere Kraftwerke in Deutschland gezielt attackiert und auch nur zeitweise lahmgelegt, könnte das die Netzstabilität in der EU gefährden - mit dramatischen Folgen, wie das Papier warnt: Europaweit würden sich andere Kraftwerke automatisch abschalten - am Ende könnte ein „weiträumiger, wenn nicht gar vollständiger, Blackout“ stehen.

Für das Dokument wurden nach „Spiegel“-Angaben zwei Cyberangriffe auf Energieversorger in der Westukraine 2015 und 2016 analysiert. Die deutschen Experten sind demnach vor allem wegen der Qualität der Schadsoftware beunruhigt, die beim zweiten Angriff zum Einsatz kam. Sie sei mit „Stuxnet“ gleichzusetzen, das mutmaßlich von USA und Israel entwickelt wurde, um das iranische Atom-Programm zu sabotieren.

Laut Papier gibt es bisher keine konkreten Hinweise für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff in Deutschland. Allerdings registrieren die Behörden bei den Schnüffel-Versuchen der Hacker-Gruppen, „dass die beobachteten Aktivitäten nicht nur auf reine Informationsbeschaffung abzielen, sondern auch Sabotagefähigkeiten und -absichten zeigen“. (tab)

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