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Grimme Online Award Nominierte für den GOA18 stehen fest

Für den Grimme Online Award 2018 sind 27 herausragende Online-Angebote nominiert - und eine Netz-Persönlichkeit.

Raul Krauthausen
Der Aktivist Raul Krauthausen ist als Web-Persönlichkeit noiminiert für den Grimme Online Award 2018. Foto: Imago

Es ist der Tag, dem die Macherinnen und Macher der ausgewählten Online-Angebote  jedes Jahr ungeduldig entgegenfiebern - denn endlich dürfen sie darüber reden, was bis dahin ein gut gehütetes Geheimnis bleiben musste: Das Grimme Institut hat heute in Köln die Nominierungen für den Grimme Online Award bekanntgegeben.

Der Preis für herausragende Publizistik im Web wird im 17. Jahr vergeben.  Insgesamt 28 Online-Magazine, Blogs, Podcasts, Video-Kanäle, digitale Dossiers und Social-Media-Angebote aus vielen hundert Nutzer-Vorschlägen schickt die Nominierungskommission in diesem Jahr ins Rennen um die bis zu acht Trophäen, über die eine Jury entscheidet. Wie in den Vorjahren sind große Medienhäuser gut vertreten: Allein fünf der Nominierten entstammen „funk“, dem Netzwerk von ARD und ZDF für junge, internetaffine Leute, darunter die jungen Journalisten vom Y-Kollektiv, die ihre Video-Reportagen auf Youtube und Facebook veröffentlichen, und maiLab, der Erklär-Videokanal der Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim. Web-Dossiers, datenjournalistische Angebote und aufwändige Visualisierungen kommen von Berliner Zeitung (Die Akte Amri), Süddeutscher Zeitung (Volk und Vertreter), Geo (Das Geheimnis des Groove), Zeit Online (Straßenbilder)  und Arte (Die  Grotte von Chauvet) Doch auch kleinere Mitbewerber haben es in die Endrunde geschafft wie die Schwäbische  Zeitung mit einer Multimedia-Reportage über das Flugzeugunglück von Überlingen (Schmerz) oder evangelisch.de mit „Eine Kirche wird zur Moschee“. Für die jüngsten Webnutzer ist die Kikaninchen-App des gleichnamigen Kinderkanals im Topf.

Dass das mehrfach nominierte und ausgezeichnete Frankfurter Städel nicht die einzige Kultureinrichtung ist, die ihre Themen und Ausstellungen multimedial zu vermitteln weiß,  zeigt die Nominierung „Bewegte Jahre - Auf den Spuren der Visionäre“.  Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bietet  eine Reise in europäische Metropolen in der Zeit um 1900 und zeigt unter anderem Dokumente und Exponate aus dem eigenen Bestand.

Das Meta-Medium Internet - so sieht die „NomKom“ zunehmend die Rolle des Web -  spiegelt sich auch in einer ganzen Reihe von Nominierungen für Plattformen wider, die das Thema „Geld verdienen mit Online-Journalismus“ ganz unterschiedlich beackern. Darunter ist das Medien-Projekt von Lisa Altmeier und Steffi Fitz, die seit mehreren Jahren als „Crowdspondents“ auf von der Leserschaft finanzierte Recherchereisen gehen (und ihrem Untertitel „Die Reporter“ durchaus den Zusatz „innen“ gönnen könnten).  Auch die Plattform RiffReporter trägt den zunehmend vielfältigen Versuchen Rechnung, mit Journalismus im Netz Geld verdienen. Auf EditionF bereiten Journalistinnen ebenso wie Mitarbeiterinnen der Community Themen mit klar positioniertem feministischen Blick auf. Und im dritten Jahr seines Bestehens hat es auch das Watchblog Übermedien ins GOA-Finale geschafft.

Können kleine Blogs, private Podcasts  und Video-Reihen zu Nischenthemen gegen mediale Platzhirsche und semi-professionelle Organisationen überhaupt anstinken? Wenn es nach der Nominierungskommission geht, ja: Bloggerin Nora Hespers ist in diesem Jahr dabei, die als Anachronistin seit mehreren Jahren ihre Familiengeschichte erforscht. Michael Sommer erzählt in seinem Youtube-Kanal Sommers Weltliteratur to go Klassiker mit Playmobil-Figuren nach. Im Podcast Halbe Katoffl berichten Deutsche mit nicht-deutschem Hintergrund über ihre Erfahrungen zwischen den Welten, in „Was denkst du denn“ podcasten Rita Molzberger und (die damit doppelt nominierte) Nora Hespers über philosophische Fragen.

Der Aktivist und Moderator Raul Krauthausen, der sich seit vielen Jahren offline wie online für Inklusion stark macht (Sozialhelden, Wheelmap, Leidmedien), ist als Netz-Persönlichkeit nominiert. In der Kategorie Spezial sind zudem das Projekt Deutschland spricht in der Endrunde - eine digital angebahnte Annäherung in der analogen Welt, bei der Zeit Online vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr Menschen miteinander ins Gespräch brachte, die politisch unterschiedlicher Auffassung sind. Für einen Spezial-GOA ist außerdem der Verein Digitalcourage nominiert, der sich seit einer gefühlten Ewigkeit (genau: seit 1987) für Grundrechte im digitalen Zeitalter stark macht.

Nachdem die Nominierungskommisssion tief und ausdauernd in die Netzwelt abgetaucht ist, hat nun die Jury das Wort - und das Vergnügen, aus den 28 aus dem Netz gefischten Perlen die acht Besten auszuwählen. Daneben gibt es den Publikumspreis, für den ab sofort abgestimmt werden kann. Die Preisverleihung findet am 22. Juni in Köln statt.

Hinweis: Die Autorin war mehrere Jahre lang in Jury und Nominierungskommission für den Grimme Online Award tätig. In diesem Jahr ist die Frankfurter Rundschau durch Redakteurin Tanja Banner in der Nominierungskommission vertreten.

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