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Google Wallet So funktioniert das neue Bezahlsystem

Google hat nach langer Wartezeit sein mobiles Bezahlsystem für Android-Smartphones gestartet. Künftig soll das mobile Telefon genügen, um eine Rechnung im Supermarkt zu begleichen. Doch wie funktioniert die neue Technik?

30.05.2011 16:25
Wenn es nach Google geht, haben Bargeld und Kreditkarte bald ausgedient: Der Konzern hat ein System zum Bezahlen mit dem Handy vorgestellt. Zwar können vorerst nur eine Handvoll US-Amerikaner den Dienst nutzen, aber die Technik soll sich rasch verbreiten. Foto: dpa

Google hat nach langer Wartezeit sein mobiles Bezahlsystem für Android-Smartphones gestartet. Künftig soll das mobile Telefon genügen, um eine Rechnung im Supermarkt zu begleichen. Doch wie funktioniert die neue Technik?

Google setzt auf die Funktechnik NFC (Near Field Communication), mit der Geräte miteinander auf kurze Entfernung kommunizieren können. Diese Funktechnik ermöglicht neue Bezahldienste fürs Handy. Dabei muss das Mobiltelefon an ein Lesegerät gehalten werden. Neben Mobilfunkanbietern setzen auch Handy-Hersteller, Kreditkartenfirmen und Online-Bezahlsysteme wie PayPal auf NFC.

Der Übertragungsstandard für NFC wurde schon 2002 von NXP Semiconductors (ehemals ein Philips-Bereich) und Sony entwickelt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Entwicklung der RFID-Technik (Radio Frequency Identification) für die digitale Erfassung von Gegenständen oder Lebewesen.

Im Zentrum der NFC-Technik steht ein Chip mit den Daten für die Nahfeldkommunikation. Das können etwa die für einen Zahlungsvorgang erforderlichen Daten sein oder bei anderen Anwendungen die Mitarbeiterdaten für die Überprüfung der Zutrittsberechtigung in einem Gebäude. Auch der neue Personalausweis nutzt NFC für seinen integrierten Chip, hier werden die lesbaren Daten des Ausweises gespeichert.

Die sogenannte Luftschnittstelle für das Auslesen der meist verschlüsselten Daten mit einem Lesegerät beschränkt sich in der Praxis auf eine Reichweite von maximal vier Zentimetern*. Die Energie für die Übertragung erhält der Chip vom elektromagnetischen Feld des Lesegeräts.

Sobald Strom zu fließen beginnt, können Chip und Lesegerät in beide Richtungen miteinander kommunizieren. Dabei handelt es sich um ein Halb-Duplex-Verfahren, ein Datenaustausch kann in einer bestimmten Zeit immer nur in einer Richtung erfolgen. So fragt das Lesegerät für einen Bezahlvorgang nach Kreditkartennummer und Ablauf der Gültigkeit. Der Chip überträgt dann die gewünschten Informationen.

Vorerst kommt aber nur eine kleine Gruppe von Menschen in den Genuss des neuen Dienstes namens „Google Wallet“: die Besitzer einer Mastercard-Kreditkarte der Citibank und eines Google-Smartphones „Nexus S“ aus dem Netz des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters Sprint. Google-Managerin Stephanie Tilenius rechnet jedoch damit, dass das Bezahlen per Handy sich rasch ausbreitet und 2014 schon die Hälfte aller Smartphones diese Funktion besitzen.

Kurz nach der Vorstellung seines Handy-Bezahlsystems, hat Google auch schon die Klage eines Konkurrenten am Hals. Die Ebay-Tochter PayPal, die ebenfalls an einem mobilen Bezahldienst arbeitet, geht gegen zwei ehemalige Mitarbeiter vor, die jetzt zentrale Rollen bei Googles Handy-Portemonnaie spielen.

PayPal wirft Osama Bedier, der die Technologie an Handelsunternehmen vermarktet, Geheimnisverrat vor. Die zuständige Google-Managerin Stephanie Tilenius soll demnach geholfen haben, Bedier abzuwerben, obwohl ihr das vertraglich untersagt gewesen sei. (dpa)

* In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es noch, die Reichweite betrage bis zu 50 Zentimeter. Diese Angabe der dpa ist falsch, wir haben den Text an dieser Stelle geändert. Die Redaktion

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