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Google I/O Antworten aus dem Lautsprecher

Google greift die Konkurrenz mit – angeblich – überlegener künstlicher Intelligenz an.

Die Google-Entwicklerkonferenz ist stets ein großes Event. Foto: AFP

Google I/O nennt sich die Konferenz, bei der der Technologie-Konzern App-Entwickler auf die Neuerungen der kommenden Monate einschwört. Die Botschaft von Google diesmal: Der Konzern greift die Konkurrenz mit einer ganzen Reihe von neuen Produkten an, die zwar denen gleichen, die Wettbewerber von Amazon bis Facebook bereits auf den Markt gebracht haben – aber einen entscheidenden Unterschied aufweisen: Googles überlegende künstliche Intelligenz soll sie noch smarter machen. „Google Assistent“ nennt Google diese intelligenten Funktionen, die sich in den verschiedensten Produkten wiederfinden.

So kopiert Google Amazons vernetzten Lautsprecher „Echo“, der nicht nur Musik abspielen, sondern auch Aufgaben erledigen kann. Google verspricht, dass der eigene Lautsprecher noch smarter ist als das Amazon-Produkt und nicht nur wie ein sprechendes Lexikon komplexe Fragen beantworten kann, sondern auch per Sprachbefehl Restaurants reservieren oder die vernetze Heizung steuern kann. Oder weitere Lautsprecher.

Werden Nutzer umsteigen?

Googles Assistent soll auch das Kernmerkmal werden, mit dem Google den Angriff auf Whatsapp und andere Nachrichtenapps wie den Facebook-Messenger fährt: Allo nennt sich die neue Google Messenger-App, die sowohl für Apples iPhone, als auch für Android-Geräte erscheint. Im Unterschied zu den anderen Messenger-Apps liest bei Google der Google-Assistent immer mit. Schlägt man etwa im Chat ein Restaurant zum Essen vor, so versteht das Googles Intelligenz und bietet automatisch eine Karte an, mit der man sofort eine Reservierung vornehmen kann, ohne überhaupt die App zu verlassen.

Begleitet wird Allo von einer neuen Videochat-App namens Duo, die es auch bei einer schlechten Internetverbindung eine wesentliche bessere Bildqualität erzielen soll als andere Apps.

Die Frage bei all diesen Neuerungen ist natürlich, ob die beeindruckende Macht von Googles künstlicher Intelligenz dazu ausreicht, dass Nutzer tatsächlich ihre Messenger-App wechseln. Denn es reicht nicht, dass ein Nutzer davon begeistert ist: er muss auch noch seine Freunde davon begeistern, auf die Google-App umzusteigen – und die nutzen mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits Whatsapp oder Facebook-Messenger. Nicht wenige Nutzer dürften zudem berechtigte Bedenken beim Datenschutz haben, sich eine ständig lauschende Google-Box ins Wohnzimmer zu stellen.

Bei einem anderem Vorhaben dürfte Google hingegen die weite Verbreitung der eigenen Android-Smartphones stark nutzen: Der Etablierung einer eigenen Plattform für Virtual Reality (VR) namens Daydream. Die nächste Generation von Android-Smartphones von Herstellern wie Samsung, HTC und LG soll so produziert werden, dass sie für die Daydream-Plattform geeignet sind. Auch zahlreiche bekannte Produzenten von VR-Inhalten haben angekündigt, sich an Daydream zu beteiligen. Daydream hat damit gute Aussichten zu einer der meistbenutzten VR-Plattformen zu werden. Ob die Technik das Versprechen halten kann, wird man aber erst im Herbst sehen: Dann sollen die ersten Geräte auf den Markt kommen.

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