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Google Allo Google startet Messaging-App „Allo“

Google startet mit „Allo“ einen Konkurrenten zu WhatsApp und anderen Messaging-Diensten. Allo soll unter anderem mit künstlicher Intelligenz punkten - vernachlässigt dabei aber den Datenschutz.

21.09.2016 10:23
In Allo von Google steckt künstliche Intelligenz. Foto: Google

Google macht WhatsApp und anderen Messaging-Diensten Konkurrenz mit einer App mit eingebautem persönlichem Assistenten. Der am Mittwoch zunächst in den USA gestartete Messenger „Allo“ für das Google-System Android und iOS von Apple enthält den neuen „Google Assistant“. Nutzer können von ihm per Chat zum Beispiel Informationen zu Wetter oder Nachrichten, zu Restaurants in der Nähe oder Reisemöglichkeiten anzeigen lassen oder ihm auch Wissensfragen stellen. Außerdem schlägt „Allo“ auch in Unterhaltungen mit anderen Menschen mögliche passende Antworten mit Hilfe künstlicher Intelligenz vor.

Für Europa sollte der neue Messenger in der Nacht zu Donnerstag verfügbar sein. Der Assistent wird dabei zunächst nur auf Englisch mit den Nutzern kommunizieren, weitere Sprachen sollen demnächst folgen, hieß es.

Im Gegensatz zu WhatsApp, das alle Nachrichten seit einiger Zeit mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versieht, sind bei Googles „Allo“ die Nachrichten nicht besonders geschützt. Das bedeute, dass die Nachrichten, die über den Messaging-Dienst verschickt werden, auch Strafverfolgungsbehörden mit entsprechenden Befugnissen zur Verfügung stünden, erklärt das Portal „The Verge“. Wer über „Allo“ privat kommunizieren möchte, kann in einen „Inkognito“-Chat wechseln – in dem allerdings der „Google Assistant“ nicht funktioniert. Um auszuwerten, worüber die Nutzer sich im Chat unterhalten, benötigt Google Zugriff auf die Inhalte.

Der Internet-Konzern hatte „Allo“ im Mai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O angekündigt. Aktuell ist Facebook besonders stark bei Messaging-Apps. Der Facebook Messenger und die ebenfalls zum weltgrößten Online-Netzwerk gehörende Anwendung WhatsApp haben jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer. Apple hat die SMS-Alternative iMessage, die allerdings nur auf Geräten des Konzerns verfügbar ist.

Googles Aufholjagd

Für das Google-Betriebssystem Android gab es bislang keine zentrale Messaging-App des Suchmaschinenkonzerns. Google war in dem Bereich zurückgefallen und will jetzt auf Aufholjagd gehen. Vor kurzem startete auch die ebenfalls im Mai angekündigte Videochat-App „Duo“. Beim persönlichen Assistenten von „Allo“ will Google von seinen vielen Daten zu lokalen Geschäften oder Reiseverbindungen sowie dem Wissen über die Welt profitieren.

Auch Facebook setzt auf Chatbots, öffnete seinen Messenger aber für Assistenten vieler verschiedener Anbieter, von Medien bis Fluggesellschaften oder Banken. Ein Plan ist, den Facebook Messenger auch in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden zu etablieren und damit Geld zu verdienen. (dpa/FR)

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