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Facebook Gesichtserkennung kommt wieder, kann aber deaktiviert werden

Facebook beginnt mit der Umsetzung neuer Datenschutz-Regeln nach EU-Recht. Europäische Nutzer können die hier erneut eingeführte automatische Gesichtserkennung abschalten.

18.04.2018 14:20
Datenschutz-Demonstration in den USA
Vor dem Capitol in Washington forderten Demonstranten unlängst mehr Schutz für persönliche Daten. In Europa tritt im Mai 2018 die neue Grundverordnung in Kraft. Foto: rtr

Angesichts des Skandals um den millionenfachen Missbrauch von Nutzerdaten kündigt Facebook an, den Datenschutz zu verbessern. Diese Woche werde Facebook damit beginnen, die neue EU-Gesetzgebung zum Datenschutz für alle Nutzer umzusetzen, kündigte der Konzern am Mittwoch an. Unter anderem können Nutzer demnach das Gesichtserkennungsprogramm weltweit deaktivieren. Dieses war 2012 in Europa nach Protesten abgeschaltet worden. 

Facebook-Nutzer sollten gut überdenken, ob sie die Gesichtserkennung für Fotos aktivieren oder nicht. Dazu rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mit der erneuten Einführung von Gesichtserkennung sollen Nutzer laut Facebook mehr Kontrolle darüber erhalten, welche Bilder von ihnen veröffentlicht werden. Das hat aber auch zur Folge, dass Nutzer dem Netzwerk noch mehr Daten von sich zur Verfügung stellen.

Den Verbraucherschützern zufolge werden für die Gesichtserkennung alle hochgeladenen Fotos auf abgebildete Personen hin überprüft. Ob es allerdings dabei bleibt, dass diese biometrischen Daten – wie von Facebook erklärt – nicht an andere Unternehmen weitergegeben werden, sei unklar.

Wer eingangs zustimmt, kann die Funktion nachträglich jedoch wieder abschalten. Das soll in den Einstellungen unter „Chronik und Markierungen“ möglich sein.

Das Unternehmen erklärt derweil: „Jeder – egal, wo er lebt – wird aufgefordert werden zu überprüfen, wie Facebook seine Daten nutzt.“ Demnach können Facebook-Nutzer künftig wählen, welche Werbung sie angezeigt bekommen wollen. Zudem sollen die Nutzer nochmals darüber entscheiden, ob sie ihre politischen und religiösen Haltungen auf ihrem Profil teilen.

Das Netzwerk hatte bereits am Montag in ganzseitigen Werbeanzeigen in überregionalen Tageszeitungen in mehreren europäischen Ländern für die Datenschutz-Grundverordnung geworben, die am 25. Mai in Kraft tritt. Sie macht Internet-Firmen europaweit gültige Vorgaben für die Speicherung und den Schutz von Daten – und macht es Nutzern leichter, gegen Missbrauch vorzugehen.

Am Freitag soll einem Medienbericht zufolge der Facebook-Cheflobbyist Joel Kaplan vor Mitgliedern des Rechts- und Digitalausschusses im Bundestag Rede und Antwort stehen. Das berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf informierte Kreise. Es soll um die Frage gehen, wie es zu dem riesige Datenleck kommen konnte.

Facebook war zuletzt aufgrund des Datenmissbrauchs in die schwerste Krise seiner 14-jährigen Geschichte gestürzt. Die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern waren bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein.

In den USA muss sich Facebook zudem einer Sammelklage von Nutzern stellen, die sich durch die automatische Gesichtserkennung in ihrer Privatsphäre verletzt sehen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte die europäische Datenschutz-Grundverordnung zuletzt ausdrücklich begrüßt.     (afp/dpa)

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