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Facebook Facebook-Nutzer posten weniger Privates

Die 1,6 Milliarden Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook posten weniger private Inhalte als früher. Bis Mitte 2015 ist die Zahl der persönlichen Beiträge laut Medienberichten um 21 Prozent zurückgegangen. Facebook versucht, gegenzusteuern.

Die Facebook-Nutzer teilen weniger private Inhalte in dem sozialen Netzwerk. Foto: REUTERS

Facebook-Nutzer veröffentlichen in dem sozialen Netzwerk weniger persönliche Inhalte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit dem Thema vertraut seien. Zwar würden weiterhin viele Inhalte auf Facebook geteilt, doch es seien weniger Beiträge aus dem Leben der Nutzer und mehr und mehr Nachrichten und Links auf andere Websites. Für das Phänomen sollen die Facebook-Mitarbeiter sogar schon einen eigenen Begriff haben: "Context collapse" ("Kontext-Zusammenbruch"), berichtet ein Insider. Das Teilen persönlicher Inhalte habe sich in soziale Netzwerke verlagert, in denen die Nutzer ein kleineres Publikum hätten: Snapchat, Instagram und Messaging-Dienste, so der Insider.

Nach Informationen von "The Information" ist die Zahl privater Beiträge auf Facebook bis Mitte 2015 um 21 Prozent zurückgegangen, während die Zahl der geteilten Beiträge auf Facebook insgesamt nur um fünf Prozent zurückgegangen sei. Persönliche Inhalte sind für Facebook jedoch besonders wichtig, weil sie die meisten Interaktionen bringen und die Nutzer an das Netzwerk binden. Nehmen die persönlichen Inhalte auf Facebook dauerhaft ab, könnte das soziale Netzwerk für seine Nutzer uninteressanter werden - die Nutzer könnten Facebook langfristig davonlaufen.

Gegen den Schwund der persönlichen Inhalte

Dem Schwund der persönlichen Inhalte will Facebook mit Funktionen wie "On this day" entgegenwirken. Das Feature zeigt den Nutzern Beiträge, die sie in den vorherigen Jahren am selben Tag auf Facebook veröffentlicht haben - in der Hoffnung, dass die Nutzer die Beiträge aus nostalgischen Gründen noch einmal mit den eigenen Facebook-Freunden teilen. Auch andere Elemente sollen die Nutzer dazu bringen, wieder mehr eigene Inhalte zu veröffentlichen: Die Smartphone-Apps wollen Nutzer dazu bringen, neue Bilder oder einen Link aus der Zwischenablage auf Facebook zu posten. Die prominente Erinnerung an die Geburtstage der Freunde soll für persönliche Inhalte sorgen und auch die Erinnerung an bestimmte Ereignisse (Muttertag, Fußballspiel) soll dazu animieren, mehr zu posten. Auch "Facebook Live", das erst kürzlich für alle Nutzer freigeschaltet wurde, soll dazu beitragen, wieder mehr persönliche Inhalte für das soziale Netzwerk zu generieren.

Doch woran liegt es nun, dass die 1,6 Milliarden Facebook-Nutzer weniger private Dinge veröffentlichen? Viele Nutzer würden sich vielleicht nicht wohlfühlen, Dinge zu posten, die nicht für alle ihre Facebook-Kontakte relevant sind, glaubt man bei Bloomberg. Auch Datenschutz-Bedenken könnten ein Grund sein für die Zurückhaltung der Nutzer, persönliche Dinge auf Facebook zu veröffentlichen.

Der Blogger und Autor Robert Scoble stellt sich auf Facebook dieselbe Frage und findet gleich mehrere Antworten: Es gebe mehrere Plattformen, auf denen man Dinge veröffentlichen könne, hebt er hervor und schreibt weiter: "Das Publikum ist größer geworden und man kommt an den Punkt, an dem man seinem Publikum etwas lohnenswertes präsentieren will". Außerdem sei den Menschen bewusster, welche Konsequenzen es haben könne, persönliche Dinge online zu teilen. Scoble macht sich jedoch keine Sorgen über die Entwicklung - im Gegenteil. Er meint: "Tatsächlich wünsche ich mir, jeder würde aufhören, Blödsinn zu posten und ernsthaft an die Sache herangehen".

I've noticed that on Facebook fewer of you are posting personal photos. Me too. I think there are a few reasons for...

Posted by Robert Scoble on Thursday, April 7, 2016

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