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Facebook Facebook bewertet die Glaubwürdigkeit seiner Nutzer

Facebook will Nutzern einen „Glaubwürdigkeits-Wert“ zuordnen. Es ist ein weiterer von Algorithmen getriebener Versuch des sozialen Netzwerks, der „Fake News“ Herr zu werden.

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Facebook ermittelt für seine Nutzer einen "Glaubwürdigkeits-Wert". Foto: rtr

Seit einiger Zeit steht Facebook wegen des Umgangs mit Nachrichten in der Kritik. Erst die vermutete Manipulation der  „Trending Topics“ , die im Frühjahr 2016 bekannt wurde und auf die Facebook nur sehr zögerlich reagierte. Später im Jahr tauchten im US-Wahlkampf Geschichten auf Facebook auf, die in dem sozialen Netzwerk ungehindert weiterverbreitet werden konnten, obwohl sie eindeutig falsch waren - Stichwort „Fake News“. Russische Einflussnahme und Ideologen, die Facebook missbrauchen, um ihre eigenen Themen unters Volk zu bringen - Stichwort Alex Jones -, tun ihr übriges.

Es gibt also viele Gründe, warum Facebook sich mit dem Umgang mit Nachrichten beschäftigen sollte. Das tut das soziale Netzwerk seit einiger Zeit. Zu Jahresbeginn verkündete das Unternehmen, dass im Facebook-Newsfeed künftig nicht mehr Nachrichten, sondern die Beiträge von Freunden wieder im Mittelpunkt stehen sollten. Gleichzeitig wolle man versuchen, „zuverlässige Quellen“ unter den Nachrichtenseiten zu identifizieren und diese bevorzugt zu behandeln.

Nun geht das soziale Netzwerk offenbar einen Schritt weiter: Facebook habe damit begonnen, seinen Nutzern eine Punktzahl für die eigene Reputation zuzuordnen, meldet die „Washington Post“.

Glaubwürdigkeits-Wert zwischen 0 und 1

Nutzer können auf Facebook Artikel als „falsch“ melden - doch dabei gibt es ein Problem. „Es ist nicht unüblich, dass Leute uns sagen, etwas sei falsch, weil sie der Geschichte nicht zustimmen oder weil sie absichtlich auf einen bestimmten Veröffentlicher abzielen“, erklärt Tessa Lyons, die bei Facebook für den Kampf gegen Desinformation zuständig ist, gegenüber der „Washington Post“. Deshalb bekommen Nutzer nun einen Wert zwischen 0 und 1 zugewiesen.

Das habe nichts mit der Glaubwürdigkeit der Person zu tun und es gebe auch keinen einheitlichen „Reputations-Wert“, der einem Nutzer zugeordnet wird, führt Lyons weiter aus. Stattdessen sei der Wert einer von vielen Hinweisen auf das Verhalten eines Nutzers, die Facebook berücksichtige, um das Risiko zu verstehen, das ein Nutzer möglicherweise darstellt.

Welche Kriterien Facebook anlegt, um den „Glaubwürdigkeits-Wert“ eines Nutzers zu ermitteln, ob jedem Nutzer ein solcher Wert zugeordnet wird und an welchen Stellen der Wert sonst noch genutzt wird - das alles ist unklar. Denn das soziale Netzwerk möchte sich nicht in die Karten schauen lassen und verrät daher nicht, wie das System im Detail funktioniert. Zu groß ist das Risiko, dass die Informationen genutzt werden, um die Algorithmen zu manipulieren.

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