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E-Health Termin beim Tele-Doc

Hessen gründet eine neues Kompetenzentrum in Gießen, wo Wissenschaftler die Zukunft der Telemedizin mitgestalten.

Hessische E-Health-Initiative
Jörg Blau, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Main-Taunus-Kreis, mit einem Ivena-Eingabegerät. F Foto: dpa

Im Internet gibt es ungezählte Gesundheits-Apps. Orientierung im Dschungel wollen künftig Wissenschaftler aus Mittelhessen bieten. Ein weiteres Projekt ist die Versorgung von Lungenkranken zu Hause. Vor dem heimischen Fernsehen absolvieren sie Turnübungen, kontrolliert von einer kleinen Kamera und einem Gerät, das die Sauerstoffsättigung im Blut misst. 30 Patienten der Uniklinik Gießen-Marburg testen die Erfindung derzeit in den eigenen vier Wänden. 

Die Digitalisierung der Welt ist längst im Gesundheitswesen angekommen. Ständig gibt es Neues auf dem Markt, und nicht alles ist seriös. Das Land Hessen will nicht nur zuschauen, sondern aktiv die Entwicklung steuern und mitgestalten.

Zu diesem Zweck hat Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) am Dienstag in Wiesbaden eine Kooperationsvereinbarung über die Gründung eines „Hessischen Kompetenzzentrums für Telemedizin und E-Health“ unterzeichnet. Angesiedelt ist es in Gießen, wo die beteiligten Akteure sitzen: die Technische Hochschule Mittelhessen (THM), schon seit geraumer Zeit mit Neuerungen für die Gesundheitsbranche beschäftigt. Und die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), die das Know-how ihrer medizinischen Fakultät zur Verfügung stellt.

„Moderne Kommunikationstechnologien werden eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung der Zukunft spielen“, sagte der Gesundheitsminister. Das Land stelle für Innovationsprojekte bis zu sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Auftrag des Kompetenzzentrums sei, hessische Initiativen zu bündeln, sie bei der Entwicklung neuer Versorgungsformen zu unterstützen. 

Telemedizin kann die Distanz zwischen Arzt und Patient überwinden. In Zusammenarbeit mit der THM startet der Landkreis Gießen jetzt ein Modellprojekt, bei dem Patienteninformationen direkt aus dem Rettungswagen in die Klinik gesendet werden können. 

Hausärzte können Fachkollegen für Diagnosen zuschalten, so Grüttner: „Das wird perspektivisch gerade im ländlichen Raum eine wichtige Brücke sein.“ 

In Nordhessen etwa seien seit zwei Jahren neun Kliniken ohne neurologische Abteilungen mit dem Klinikum Kassel vernetzt, um bei akuten Schlaganfällen schnell reagieren zu können. Ein Jahr älter ist Ivena, die IT-Applikation, die im hessischen Rettungsdienst im Einsatz ist. Auf einen Blick ist zu sehen, welches Klinikum in welcher Abteilung freie Kapazitäten zu Verfügung stellen kann. 

Andere Bundesländer wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen seien noch viel weiter als Hessen, sagte Thomas Fiedel von der THM. Die freie Wirtschaft sowieso. „Wir dürfen nicht den anderen den Markt überlassen.“ Zumal keiner wisse, was Google oder Apple mit den Daten anstelle.

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