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„DrachenLord1510“ Hass-Demo gegen Youtuber

Die Polizei spricht 300 Platzverweise bei einer Demonstration gegen den Youtuber „DrachenLord1510“ aus. Dieser provoziert in seinen Videos mit extremen Ansichten.

21.08.2018 14:02
Drachenlord
Ein Polizist sei bespuckt und beleidigt worden, sagt ein Sprecher. Foto: dpa

Trotz eines Versammlungsverbots sind Hunderte Menschen zu einer Hass-Demo gegen den YouTuber „DrachenLord1510“ ins fränkische Emskirchen gekommen. Die Polizei sprach 300 Platzverweise aus, wie ein Sprecher am Dienstag, einen Tag nach dem Vorfall, sagte. Ein Polizist sei bespuckt und beleidigt worden, und einzelne Teilnehmer hätten Böller geworfen, sodass die Feuerwehr einen kleinen Wiesenbrand löschen musste. Zudem habe es Schmierereien an einem Bushäuschen gegeben. Im Laufe des Montags hätten sich zwischen 600 und 800 meist jüngere Menschen in dem 50-Einwohner-Ort aufgehalten. Die Polizei war mit mehreren Dutzend Beamten im Einsatz.

In sozialen Netzwerken hatten meist anonyme Nutzer für Montag zu der Veranstaltung gegen den YouTuber aufgerufen. Zwischen dem Mann und seinen Kritikern gibt es seit mehreren Jahren immer wieder Streit. Der Mann veröffentlicht unter dem Nutzernamen „DrachenLord1510“ Videos über sein Leben und provoziert dabei auch mit extremen Ansichten - einmal bezeichnete er etwa den Holocaust als „nice Sache“. Seine Kritiker beschimpfen ihn und machen sich unter anderem über sein Aussehen, sein Gewicht und seine Ansichten lustig. Es kam auch bereits zu Straftaten - so wurden Steine durch Fenster des Hauses geworfen, in dem der Mann wohnt, er wurde bedroht und verletzt.

Aufruf zum Mord am „Drachenlord“

Im Jahr 2016 verurteilte das Landgericht Nürnberg einen damals 24-Jährigen in dem Fall zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Neben zahlreichen anderen Straftaten hatte er einen falschen Notruf abgesetzt und damit einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz bei dem YouTuber ausgelöst. „DrachenLord1510“ forderte seine Gegner in einem seiner Videos wiederum auf: „Traut euch, kommt zu mir“, er wolle die Sache von Angesicht zu Angesicht klären. Dabei nannte er auch seine vollständige Adresse.

Das Landratsamt Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hatte in der vergangenen Woche ein Versammlungsverbot für den Ort erlassen, weil die Behörde Straftaten befürchtete. In den Aufrufen im Netz wurde unter anderem ein „Kampf epischen Ausmaßes“ angekündigt, ein Nutzer forderte andere sogar zum Mord an dem YouTuber auf. (dpa)

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