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Dorothee Bär beim ZDF Flugtaxi vor Breitband

CSU-Politikerin Dorothee Bär verblüfft im ZDF heute-journal mit ganz besonderen Visionen: Flugtaxis für Deutschland statt schnödem Breitband-Ausbau. Das Netz sammelt Entwürfe - in Echtzeitgeschwindigkeit.

Szene aus dem Film „Das Fünfte Element“
Flugtaxis, Flugpolizei, Flugpizza: In fünf bis fünfzehn Jahren alles möglich, wenn es nach Dorothee Bär geht. Foto: imago

Digitalisierung ist Sache der Chefin, das will Bundeskanzlerin Angela Merkel auch so verstanden wissen. Das Neuland soll für alle erreichbar sein und das am besten in höchstmöglicher Geschwindigkeit. Darum kümmern soll sich künftig Dorthee Bär, die einzige Frau der CSU in Berlin und die erste Staatsministerin für Digitalisierung in der Geschichte der Bundesrepublik. Staatsministerin ist zwar weniger als Ministerin, denn ein eigenes Ministerium für Digitalisierung mit all den dazugehörigen Mitarbeitern und Millionenbeträgen wird es auch bei der neuen Regierung nicht geben – so wichtig war die Sache dann doch nicht. Die Freude der 39-jährigen Bambergerin trübt das aber nicht – im Gegenteil.

Es sei doch viel schöner, ein unverbrauchtes Amt zu übernehmen, in dem man zuständige Mitarbeiter verteilt auf etliche Ministerien koordinieren müsse, anstatt ein Ministerium zu übernehmen, das schon mal jemand anderes geleitet habe. Sie jedenfalls „freut sich auf die Aufgabe“, wie sie Marietta Slomka im Interview im ZDF heute-journal erzählte, und die ließe sie sich nicht nehmen, von niemandem, auch nicht von Frau Slomka.

Die wollte gerne darüber reden, warum Deutschland immer noch über den Breitband-Ausbau diskutiere, obwohl Bärs Parteifreund Alexander Dobrindt bereits 2013 gesagt hatte, Deutschland brauche das „schnellste und intelligenteste Netz der Welt“. Weil Dobrindt aber lieber über die bürgerliche Revolution schwadronierte anstatt die digitale voranzubringen, und seiner Meinung nach die PKW-Maut bei den Autobahnnutzern auf der Münchener Ostumfahrung und im Großraum Nürnberg besser ankommt als Glasfaser im Allgäu, ist in den vergangenen sechs Jahren in Sachen Gigabit-Übertragung wenig passiert.

Das sei aber gar nicht das Problem, sagte Bär, die fleißig twittert und auch bei Facebook aktiv ist. Um digitale Straßen und die Anschlüsse daran sollen sich die anderen kümmern. Das ist nicht Bärs Thema.

Auf der Rückbank von Bruce Willis

Sie wolle vielmehr dafür sorgen, dass wir auf dieser Infrastruktur, also der digitalen, „auch mal autonom fahren“ können. Oder noch besser: fliegen. Mit einem Flugtaxi zum Beispiel. Immerhin ist 2018, und als 1997 Bruce Willis das „fünfte Element“ (Milla Jovovich) im fliegenden Taxi durch die Stadt der Zukunft kutschierte, dachten wir alle daran, dass es 2018 mit den Transportmitteln so weit sein würde – und wir uns fliegend fortbewegen, egal ob mit Uber-Fahrern oder Action-Helden in Kleidung von Jean Paul Gaultier. Es gibt sogar Twitter-User, für die die Idee noch älter scheint. Immerhin ist Pippi Langstrumpf schon in der Luft unterwegs gewesen, vom Fliewatüüt gar nicht zu reden. Oder gar von Jean-Marc Côté, der im Jahr 1900 bereits Flugtaxis erdachte, für seine Utopie einer Welt im Jahr 2000. Das ist 18 Jahre her, verdammt! 

Marietta Slomka will aber gar nicht fliegen. Sie will einfach mehr als 15 Megabit pro Sekunde aus der Leitung, am besten über 20 wie die Menschen in Skandinavien oder zumindest 16 wie die in Lettland. Aber das ist alles nur der Status Quo, das ist nicht Bärs Thema, da soll sich jemand anderes drum kümmern. Sie will in fünf oder zehn Jahren in der „Champions League“ des Internets spielen, gar „Weltmeister“ werden. Und mit dem Flugtaxi fliegen. Spätestens in 15 Jahren.

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