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Donald Trump Vielen dämmert erst jetzt, was Trump bedeutet

In einem englischsprachigen Lexikon steigen Zugriffe auf Begriffe wie "Frauenfeindlichkeit", "Faschismus" und "Rassismus", gleichzeitig erleben sichere Messenger und Mailanbieter einen Nutzeransturm. Donald Trump erklärt unterdessen, soziale Medien hätten zu seinem Wahlsieg beigetragen.

Was bedeutet ein Präsident Donald Trump? Viele Internetnutzer schauen jetzt online nach, was Begriffe wie "misogyny" (Frauenfeindlichkeit) und "xenophobia" (Fremdenfeindlichkeit) bedeuten. Foto: AFP

Tage nach der Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten wird vielen offenbar erst bewusst, was das Wahlergebnis bedeutet. Das englischsprachige Wörterbuch Merriam-Webster twitterte in der Nacht auf Montag die Begriffe, die derzeit am häufigsten auf der Website nachgeschaut werden. Darunter finden sich neben den Worten "Faschismus" (fascism), "Fanatiker" (bigot) und "Rassismus" (racism) auch die Begriffe "Frauenfeindlichkeit" (misogyny) und "Fremdenfeindlichkeit" (xenophobia).

Warum "misogyny" häufig nachgeschlagen wird, haben die Angestellten von Merriam-Webster bereits kurz nach der Wahl in einem Blogeintrag erklärt: Der Begriff sei nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im Titel vieler Zeitungsartikel verwendet worden.

Auch Nutzern sozialer Netzwerke dämmert nun langsam, was unter einem Präsidenten Trump auf sie zukommen könnte - anders lassen sich Meldungen, wonach der Schweizer Mailanbieter "Protonmail" und der sichere Messenger "Signal" in den vergangenen Tagen einen deutlichen Nutzerzuwachs bemerkten, nicht erklären. In einem Blogeintrag erklärt Andy Yen, Mit-Gründer von Protonmail, was viele besorgte Nutzer von Trump, der als Präsident auch die Gewalt über die NSA haben wird, erwarteten. "Es gibt die Befürchtung, dass Trump die neuen Werkzeuge, die ihm zur Verfügung stehen, nutzt, um auf bestimmte Gruppen abzuzielen", schreibt Yen. Privatsphäre sei jedoch eine unparteiische Angelegenheit und unabdingbar für die Demokratie.

Seit dem Wahlsieg Donald Trumps hat der Mailanbieter, der E-Mails verschlüsselt, einen deutlich größeren Nutzerzuwachs - genau wie der Messaging-Dienst Signal, der eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten anbietet. "Das Wachstum von Signal hat sich in der vergangenen Woche wirklich beschleunigt und es gibt kein Anzeichen dafür, dass es sich verlangsamen könnte", zitiert "Motherboard" den Signal-Entwickler Moxie Marlinspike.

Der Entwickler von Pinboard, einem Social-Bookmarking-Dienst, hat bereits direkt nach der Wahl Facebook und Google auf Twitter dazu aufgerufen, weniger Nutzerdaten zu sammeln. Außerdem sollten Nutzer die Möglichkeit bekommen, persönliche Daten zu löschen.

Unterdessen erklärte Donald Trump in einem Fernsehinterview, dass die Nutzung von sozialen Medien im Wahlkampf ihm geholfen habe, die Wahl zu gewinnen. "Ich glaube, dass Social Media mehr Macht hat als das Geld, das meine Gegenseite ausgegeben hat", sagte Trump in dem Interview bei "60 Minutes". "Ich glaube, Social Media hat mir geholfen, dieses Rennen zu gewinnen". Zuvor hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg versucht, den Anteil Facebooks am Wahlsieg Donald Trumps kleinzureden.

Von allen Inhalten auf Facebook seien mehr als 99 Prozent authentisch, schrieb Zuckerberg auf Facebook. "Nur ein sehr kleiner Anteil sind Fake-Nachrichten" und diese falschen Nachrichten seien "nicht begrenzt auf eine politische Richtung oder überhaupt auf die Politik". Deshalb sei es "sehr unwahrscheinlich, dass falsche Nachrichten das Ergebnis der Wahl in die eine oder andere Richtung beeinflusst" hätten.

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