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Donald Trump und Kim Jong Un Trump freut sich über Post von Kim

Gut, wenn man noch Freunde hat. US-Präsident Donald Trump freut sich auf Twitter über einen Brief von Kim Jong Un.

Donald Trump und Kim Jong Un
Gute Freunde können auch Atomwaffen nicht trennen: Kim Jong Un und Donald Trump. Foto: afp

Donald Trump ist in Europa unterwegs und der US-Präsident ist nicht gerade bekannt dafür, sich hierzulande viele Freunde zu machen. Beim Nato-Gipfel in Brüssel schimpft er auf Deutschland, weil Angela Merkel nicht willens sei, mehr Geld für Waffen auszugeben. In England bemühte er sich, London zu meiden, aber das gelang nicht ganz, die Hauptstadt ist halt doch sehr groß.

Also fährt Trump hin, obwohl weder die Londoner noch deren Bürgermeister Sadiq Khan besonders viel für ihn übrig zu haben scheinen. Was durch die angekündigten Demonstrationen klar wird, noch viel besser aber durch die aufgeblasene Baby-Trump-Puppe, die über den Köpfen der Demonstranten schwebt.

Dass Trump und Khan keine besten Freunde mehr werden, daran besteht wohl kaum Zweifel. Der US-Präsident hatte seinem britischen Kollegen vorgeworfen, in Sachen Terrorismusbekämpfung einen miserablen Job zu machen. Die Sun machte ihrem schamlosen Ruf im Anschluss alle Ehre und veröffentlichte direkt einen Tonbandausschnitt.

Trump gehen also die Freunde aus im alten Europa. Boris Johnson war so einer. Die Beiden gehen mutmaßlich zum selben Friseur und dürften sich dort kennen und schätzen gelernt haben. Trump lobte Johnson als klugen Kopf und prognostizierte ihm eine große politische Zukunft. Aber Johnson ist seinen Posten als Außenminister erstmal los, genau wie Brexit-Vordenker Nigel Farage den Vorsitz der UKIP-Partei. Den hätte Trump 2016 gerne als britischen Botschafter bei sich in Washington gesehen.

Wladimir Putin, Donald Trump und Kim Jong Un

Und egal, wie warm der Sommer in Europa gerade ist, Trump dürfte es ob so wenig Liebe und so viel Feindschaft schon frösteln auf seiner Welttournee. Wie gut, wenn einen da Briefe von wahren Freunden erreichen. Kim Jong Un, im Falle Donalds zum Beispiel.

Der hatte dem Präsidenten nach deren Treffen ein paar Zeilen geschrieben, deren Übersetzung dieser nun stolz auf Twitter herumzeigt. Vier Absätze sind es, in denen Kim Trump fünfmal mit „Euer Exzellenz Herr Präsident“ anspricht. Kim schreibt von einer „bedeutungsvollen Reise“, auf die sich das Paar bei ihrem ersten Date begeben habe, und er bedankt sich für Trumps „außergewöhnliche Bemühungen“.

Nun ist der Brief zwar schon eine Woche alt, aber vielleicht brauchte Trump gerade jetzt diese aufmunternden Zeilen und hat sie sich deshalb laut vor dem Spiegel vorgelesen – was bei Trump gleichbedeutend mit twittern ist. Oder er wollte in Erinnerungen schwelgen, denn der Brief von Kim ist auf einen Tag vor dem Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo terminiert, nachdem die Nordkoreaner den USA eine Gangster-Attitüde vorwarfen.

Was auch immer Trumps Intention war, auch für ihn gibt es Hoffnung. Am Montag fährt Donald nach Russland und trifft dort Wladimir Putin. Die beiden Präsidenten sind zwar noch keine Freunde, aber Trump ist nachweislich beeindruckt von seinem russischen Kollegen. 2013, damals noch weit entfernt von Amt und Würden, twitterte Trump die Frage Richtung Netz, ob Putin eines Tages sein bester Freund sein wird. Es liest sich, als ob er sich nichts mehr wünscht. Und Freunde braucht ja jeder.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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