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Donald Trump und die Erderwärmung Wo ist der Klimawandel, wenn man ihn gerade braucht?

Donald Trump glaubt nicht an den Klimawandel, weil es im Winter ja kalt wird. Egal, was die Twittergemeinde oder die Wissenschaft erzählt.

Donald Trump
Ein Plakat vom damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump scheint irgendwo Iowa im Schnee zu versinken und lässt den Beobachter an der globalen Erwärmung zweifeln. Foto: rtr

Donald Trump kennt den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht. Das macht der US-Präsident jedes Jahr zum Winterbeginn deutlich, wenn er via Twitter den Klimawandel für widerlegt erklärt, weil die Temperaturen sinken.

So auch in diesem November. Eine „brutale“ Kältewelle rollt auf die USA zu, eine, die laut Donald „alle Rekorde schlagen könnte“ (denn drunter macht er es nicht). Und wenn es kalt wird in den Vereinigten Staaten, wie kann dann die Geschichte von der globalen Erwärmung noch stimmen, fragt Trump per Tweet.

Zahlreiche Twitter-User versuchen daraufhin, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu erklären, was der Unterschied ist zwischen der Wetterlage in Nordamerika und den Veränderungen im Weltklima. Sie weisen auf die unterschiedlichen Dimensionen hin, dass zum Beispiel die Kältefront im Nordosten der USA nur bedingt das globale Klima und dessen Wandel erklärt. Andere schicken ihm nützliche Links zu Internetseiten wie „Scientific American“, in denen  erklärt wird, warum die aktuelle Wetterlage nur bedingt Rückschlüsse auf das Weltklima zulässt. Oder von der NASA, die auf ihrem Internetauftritt den Unterschied zwischen den Begriffen „Wetter“ und „Klima“ erläutern und sogar Eselsbrücken anbieten, falls einem der Unterschied mal wieder entfallen sein sollte: „Ein einfache Art, sich den Unterschied zu merken ist dieser: Klima ist das, was man erwartet, ein warmer Sommer zum Beispiel. Wetter ist das, was man bekommt, einen heißen Tag mit Hitzegewittern.“

Andere haben längst aufgegeben, irgendwas zu erklären und bedienen sich lieber der letzten Waffe der Wehrlosen: Sie machen Witze über Donald Trump. Denn der erweist sich in derlei Dingen ohnehin als unbelehrbar.

Seit mindestens sieben Jahren wundert sich Trump nämlich in regelmäßigen Abständen darüber, dass es kalt wird, wenn der Winter kommt. Im Jahr 2011, lange bevor er US-Präsident werden wollte, twitterte er von zehn Zentimetern Schnee in New York und fragte bereits damals, wann denn nun die globale Erwärmung käme. Dieses Muster wiederholte sich seitdem alle Jahre wieder. Ab Oktober, spätestens im November wurde es kalt in New York, wo Trump bis zur Amtsübernahme samt Umzug nach Washington hauptsächlich wohnte. Donald begann zu frieren und zu twittern, weil der Klimawandel nicht den erwünschten Effekt hat.

Die US-Internetseite „Vox“ zählte alle Tweets des heutigen Präsidenten zum Thema Klimaerwärmung und kam auf 115 Einträge. Die meisten davon würden „irgendeine Art von Verwechslung der Begriffe Klima und Wetter beinhalten“, schreiben die Autoren.

Auch CNN widmete dem Unterschied zwischen Klima und Wetter bereits einen Beitrag, in dem explizit erläutert wurde, warum ein kalter Tag, eine kalte Woche, ja noch nicht einmal ein kalter Monat den Gegenbeweis für die globale Erwärmung darstellen. Der Nachrichtensender, mit dem Donald auf Kriegsfuß steht, stellt dem Gefühl von Trump, dass es gerade ganz schön kalt ist, die Fakten gegenüber. Die besagen, dass die acht wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnung 1880 bis 2017 die folgenden in genau dieser Reihenfolge waren: 2016, 2015, 2014, 2010, 2013, 2005, 2009 und 1998. Man bekommt so eine Ahnung, wenn man das liest. Auch wenn es draußen gerade kälter wird.

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