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Donald Trump Hat Trump das N-Wort benutzt?

Omarosa, die gefeuerte Mitarbeiterin von Trump, erhebt weiter schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. Jetzt diskutiert das Land und das Netz die Frage, ob Trump ein Rassist ist.

Omarosa und Trump
Ein Bild aus harmonischeren Zeiten (2015): Omarosa Manigault Newman mit Donald Trump, damals noch Präsidentschaftskandidat. Foto: afp

Omarosa Manigault Newman ist ihren Job im Weißen Haus los, von dem niemand so ganz genau wusste, was er überhaupt beinhaltete. Dafür ist das Schmierentheater, das der Stab des US-Präsidenten an dessen Amtssitz aufführt, um einen Akt reicher. Und es ist ein spannender: über den Aufstieg und Fall eines Reality-Sternchens, über Tonbandaufnahmen aus dem „Situation Room“, über Lügen, Intrigen und Heimtücke.

Weil Omarosa nicht Verteidigungs- oder Außenministerin war, ja, noch nicht mal Botschafterin bei den Vereinten Nationen, sondern Kommunikationsdirektorin ohne wirkliches Aufgabengebiet, ist die politische Debatte um ihren Rauswurf schnell erledigt.

Donald Trump dankt John Kelly

Doch Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn er es einfach dabei belassen würde. In einem Tweet legt er nach und bezeichnet Omarosa als weinerlich und verrückt. Er bedankt sich außerdem bei seinem Stabschef John Kelly dafür dass er „diesen Hund gefeuert“ hat. Die Aufregung ist groß, weil Trump mal wieder unter der Gürtellinie twittert. Kritiker werfen ihm eine frauenverachtende Attitüde vor, Unterstützer geben zu bedenken, dass Bill Clinton ja viel schlimmer gewesen sei. Tagesgeschäft eben.

Interessant und ebenfalls heiß diskutiert wird im Netz dagegen eine andere Frage: Ist US-Präsident Donald Trump ein Rassist? Auch die Frage ist nicht neu, doch Omarosa erhärtet den immanenten Vorwurf, indem sie behauptet, man hätte ihr Tonbandaufnahmen vorgespielt, vor Jahren zwar, als Trump noch ein nach Aufmerksamkeit lechzender Reality-TV Moderator war und sie seine Assistentin bei der Show „The Apprentice“. Aber auf diesen Aufnahmen sei deutlich zu hören, wie Trump einen gewissen Kwame Jackson, Kandidat in der Show, als „Nigger“ bezeichnet – ein Wort, das in den USA eine derartige politische Schlagkraft besitzt, das selbst die Presse es nur mit dem Akronym „das N-Wort“ umschreibt.

Trump reagierte prompt und wies den Vorwurf zurück. Ein solches Wort gehöre nicht in sein Vokabular und er habe es auch niemals benutzt. Weil Omarosa selbst bei den größten Kritikern der Trump-Regierung nicht gerade als zuverlässige Quelle gilt und sich ihre Aussagen in fast schon Trump’scher Häufigkeit widersprechen, glaubt keiner so recht, dass es diese Aufnahmen wirklich gibt.  Oder wie Jimmy Kimmel es beschreibt: „Es ist wie Lord Voldemort gegen King Joffrey. Es ist schwer zu sagen, wem man glauben soll: Einem lügenden, hinterhältigen Reality Star ... oder Omarosa?“

Doch gleichzeitig will auch niemand aus seinem Umfeld so richtig ausschließen, dass Trump ebenjenes Wort doch schon einmal benutzt hat. Nicht mal Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders. Die Frage, ob sie es ausschließen könne, dass eine solche Tonbandaufnahme von Trump existiere, verneint Sanders. Das könne sie nicht, um dann einfach über ganz andere Dinge weiterzureden.

Und da sind all die anderen Statements von Trump, die ihn zwar nicht so direkt als Rassisten brandmarken, die aber in ihrer Summe kaum einen anderen Schluss zulassen. Als er die Demonstrationen in Charlottesville vor einem Jahr, organisiert von Neonazis und Mitgliedern des Ku-Klux-Klans, mit den Worten bedachte, dort seien auch jede Menge „gute Leute“ dabei. Oder als er über „Shithole Countries“ in Afrika schwadronierte. Oder als er im Wahlkampf die Mexikaner pauschal zu Vergewaltigern und Drogendealern erklärte. Oder, oder, oder.

Man fragt sich, wer da überhaupt noch „N-Wörter“ braucht, um das Offensichtliche festzustellen: dass Trump ein Problem mit Menschen hat, die nicht seine karottenfarbigen Hautteint teilen. Die Hälfte der US-Amerikaner braucht das anscheinend nicht. Laut einer Umfrage beantworten 49 Prozent aller US-Amerikaner die Frage, ob sie glauben, Trump sei ein Rassist, mit Ja. Doch die einen scheint das nicht zu stören und die anderen sind nicht zur Wahl gegangen.

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