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„Die Bombe weiß, wo sie ist“ Jutta Ditfurth empört mit Tweet über Dresden

1. Update„Die Bombe weiß, wo sie ist“, kommentiert die ehemalige Grünen-Politikerin die missglückte Bombenentschärfung in Dresden - und provoziert damit einen Shitstorm.

Jutta Ditfurth
Jutta Ditfurth ist es gewohnt, mit ihren Aussagen anzuecken. (Archiv) Foto: dpa

„Die Bombe weiß, wo sie ist.“ Es ist ein Satz mit buchstäblicher Sprengkraft, mit dem Jutta Ditfurth die missglückte Fliegerbomben-Entschärfung in Dresden auf Twitter kommentiert. Jenes Dresden, das für seine regelmäßigen Pegida-Aufmärsche berüchtigt ist, worauf der explosive Tweet der ehemaligen Grünen und heutigen Ökolinx-Stadtverordneten abzielt.

Bei einer Teildetonation der Bombe wurde zwar nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt, aber fast 9000 Menschen mussten wegen der anhaltenden Gefahr ihre Häuser verlassen, viele von ihnen übernachteten schon die zweite Nacht auswärts.

Entsprechend empört zeigen sich etliche Twitter-Nutzer, vermutlich nicht nur jene, die der islamfeindlichen Pegida-Bewegung wohlgesonnen sind. Peinlich, zynisch und geschmacklos sei der Tweet angesichts der Umquartierung zahlreicher unbescholtener Dresdner, wirft man der linken Politikerin vor, damit mache sie nur ungewollte Wahlwerbung für die AfD. Der Bomben-Blindgänger ist mittlerweile entschärft, aber nicht die Wut über Ditfurth.

Die meisten Reaktionen sind deutlich peinlicher, zynischer und geschmackloser als Ditfurths Ausgangs-Tweet. „Jutta #Ditfurth, sind Sie sauer, weil niemand die #Bombe entschärfen konnte, die in ihrem Gesicht detoniert ist?“, fragt ein Nutzer, ein anderer fordert unverhohlen zur Gewalt gegen die Politikerin auf: „Alle Eisenstangen auf sie!“ Der Tweet bezieht sich auf einen Angriff auf Ditfurth, den ein 19-Jähriger im März auf einer Zugfahrt mit einer Eisenstange verübt haben soll.

Ditfurth ist es gewohnt, mit ihren Aussagen anzuecken. Ihre Reaktion auf die zahlreichen Hasskommentare dürfte die aufgebrachten Twitterer nur noch mehr in Rage bringen. „Meine Absicht war es, mit einem kleinen absurden Witz, herauszufinden, auf welchem Stand das politische Bewusstsein in Dresden und anderswo gerade ist. Hat geklappt.“

In einem weiteren Tweet stellt sie klar, dass sie die Erfahrungen kennt, die die Dresdner aktuell machen – und dass sich ihre Provokation nur an ein bestimmtes Klientel richtete. „Viele Menschen sind in den letzten Jahren evakuiert worden, auch ich. Sehr unangenehm. Nur manche (!) Dresdner tun so, als seien sie die eigentlichen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Für diese Frage brauchte ich Material. Danke, hab es überreichlich bekommen.“

Ein wenig Material ließe sich auch noch aus dem FR-Forum beisteuern, allerdings in die andere politische Richtung. Unter dem Text zur Bombenentschärfung in Dresden schreibt ein Nutzer: „Die Briten sind ein schlaues Völkchen. Sie wussten schon ´44/´45, dass die Dresdner 70 Jahre nach dem Ende des Weltkriegs immer noch nicht zur Vernunft gekommen sind.“

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