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Der sanfte Umbruch

Wer passt eigentlich auf, dass der Mensch im Zuge der Digitalisierung nicht untergeht? Drei Autoren haben sich der Frage gewidmet, wie Philosophie und Meditation diese gefährliche Dynamik entschärfen können. Ein Buchauszug.

10.12.2018 11:14
Frank E.P. Dievernich, Reiner Frey, Gerd-Dietrich Doeben-Henisch
Entspannung in der Digitalisierung
„Es ist ein Statement in dem Sinne, dass die Antwort auf Digitalisierung eben nicht nur noch mehr IT-Infrastruktur und noch umfassendere Digitalisierung sein kann, sondern die Wiedereinführung alten Wissens.“ Foto: Photocase

Homo Sapiens heute
Verglichen mit den langen Zeiträumen der Entwicklung des bekannten Universums (vor ca. 13,8 Mrd. Jahren), unserer Erde (vor ca. 4,5 Mrd. Jahren), des biologischen Lebens selbst (vor ca. 3,8 Mrd. Jahren) ist das Auftreten des Homo sapiens (vor ca. 200.000 Jahren) verschwindend kurz. Betrachtet man die Zeit seit der Gründung der ersten Städte (vor ca. 11.000 Jahren), seit dem ersten Computer (vor ca. 88 Jahren), seit dem Internet (vor ca. 48 Jahren), dann muss man sagen, dass wir Menschen uns seit kurzem mitten in einer Revolution befinden, in der digitalen Revolution, die das Zeug dazu hat, die bisherige Lebensweise des Homo sapiens so nachhaltig zu verändern wie es nur vergleichbar vielleicht mit der frühen Sesshaftwerdung des Homo sapiens ist (vor ca. 5.000 Jahren, als die Sumerer im Euphrat-Tigris-Becken sesshaft wurden).

Ein Grundzug der Digitalisierung des menschlichen Lebens ist der Aufbau einer parallelen, einer digitalen Welt, in der ungeheure Datenmengen eingelagert werden können, riesige Datenströme schneller als menschliche Gedanken von überall nach überall hin und her strömen können, Daten, die partiell Abbilder, Kopien, Modelle der realen Welt darstellen, in der Computerprogramme diese Datenberge geräuschlos verwalten, verarbeiten und in Maßnahmen um- setzen können. Der Homo sapiens mit seinem Körper für die Außenwelt und seinen bewussten kognitiven Prozessen in der ‚Innenwelt‘ wird über Schnittstellen mit der digitalen Welt verkoppelt und lebt immer mehr nur durch das Medium des Digitalen. Sein Körper, die Vorgänge in der Außenwelt, verlieren zunehmend an Bedeutung. Die wahrgenommene Außenwelt wird zu einem immer kleiner werdenden Segment der subjektiv gedachten und digital aufbereiteten Welt.

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